Der Flintenschuetze

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Mentale Kraft

Warum schießt ein normaler Mensch Flinte ?

Die Frage muss gestellt werden dürfen. Die Antwort kann vielfältig ausfallen. Jedenfalls: Es ist es eine die eigene Persönlichkeit in Frage stellende Herausforderung mit der Flinte zu schießen. Körperlich - und besonders - geistig. Das ist nicht "nur" etwas für "aggressive" Naturen.

Auf der Weltmeisterschaft in Lonato 2005 fiel mir eine mexikanische Schützin auf, die mit ihren beiden Kindern angereist war. Ihr entspannter Umgang mit den Kindern während des Trainings war so nett anzusehen, dass ich sie spontan um dieses Foto bat. Es widerlegt so manches Klischee, welches die Öffentlichkeit von einem Schützen hat.

Es kann sehr befriedigend sein, sich der Herausforderung Flintenschießen zu stellen und schließlich Erfolg dabei zu haben.

Das Flintenschießen stellt Anforderungen an : eine höhere Konzentration, eine höhere Koordination, eine gesteigerte Qualität des Sehens, eine höhere Reaktionsfähigkeit und eine höhere Ausdauer und innere Ausgeglichenheit.

Sogar das deutsche Handelsblatt berichtete in der Ausgabe vom 13./14./15. Januar 2006 von der Bedeutung, die das Schießen und Schießübungen für den Berufsalltag haben können: Stressstabilität mit Schießübungen und Atemtechniken.

Flintenschiessen führt zu einer neuen Qualität von Sinneswahrnehmung, Körperbeherrschung und mentaler Kraft. Es bietet die Möglichkeit zu einer weitreichenden Selbsterfahrung: Zu welchem Grad der Körperbherrschung und zu welcher mentalen Kraftentfaltung bin ich als Person fähig? Und wie kann ich mich weiterentwickeln?

Die Körperbeherrschung ist in einem starken Maß abhängig von gewissen mentalen Fähigkeiten. Der Schütze muss die mentale Fähigkeit entwickeln, während des Schießens/Wettkampf/Prüfung seine Wahrnehmung auf den Vorgang des Schießens selbst zu reduzieren und sich von den übrigen Eindrücken seiner Umgebung zu lösen. Es ist die Übung, nur sich selbst und das Ziel in Bezug auf die Ausführung des Schießvorgangs wahrzunehmen. Nur dann wird er sein wirkliches Potential auszuschöpfen. Nur dann kann er seine wahres Leistung entfalten.

Meditation und autogenes Training können helfen diese Eigenschaft der mentalen Fixierung auszubilden und zu trainieren: Auf peripheres Sehen umschalten. Sich vorzustellen in die Ferne zu blicken, ruhig zu werden und sich dadurch geistig von der Umgebung unabhängig zu machen.

Als Ausbilder hat man hier eine große Aufgabe im normalen Ausbildungsbetrieb dies im gebührlichen Maß auf den immer wieder anzustoßen. Nicht zuletzt stehen diese Ausführungen deshalb hier, damit beim Schüler die Notwendigkeit und die Chance zur Selbstrefexion wirklich erkannt wird. Es ist durchaus für den Schützen lohnend, in Schießkursen auf die mentale Kraftentfaltung aufmerksam zu sein und Übungen dafür in das Training einzubauen.

Insbesondere bei den Schießprüfungen zur Erlangung des Jagdscheins steht der Schütze unter erheblichen Stress. Ihm ist durchaus bewußt, dass er bei Nichterfüllung der Prüfungsanforderungen seinen Jagdschein vorerst nicht bekommt und die ganzen Mühen dann zunächst gescheitert sein werden. Dies wird als ungerecht empfunden, weil man alles andere doch so gut kann, nur das Flintenschießen eben nicht. Manchen Menschen fällt es schwer in dieser Situation ruhig zu werden und sich auf das Schießen zu konzentrieren. Besonders sonst eher erfolgsverwöhnte Persönlichkeiten werden hier auf eine regelrechte Probe gestellt.

 

Es hilft aber alles nichts: In der Schießprüfung oder  im Wettkampf muss man sich auf sich konzentrieren und die erlernte Technik von sich abverlangen. Die Wahrnehmung anderer Prüfungs-/ Wettkampfteilnehmer ist einzuschränken.

Es kann hilfreich sein sich z. B.  ein paar Zeitschriften für den Prüfungstag zu besorgen um sich abzulenken bis man an der Reihe ist. Keinesfalls darf man am Schicksal anderer Prüfungsteilnehmer mental partizipieren oder gar anderen Prüflingen beim Schießen zuschauen.

Hierzu bleibt auch kaum Zeit. Der Schütze hat grds. genug damit zu tun, sich auf seine eingeübte (?) Technik zu konzentrieren und sich vorzustellen, wie die Tauben zerplatzen, wenn er an der Reihe ist. Dies gilt für eine Jagdprüfung genauso wie für einen Wettkampf. Das fällt besonders Prüflingen schwer, weil viele Prüflinge mit dem Schießen wegen einer unzureichenden Ausbildung zu viele Negativerlebnisse verbinden .

Ebenso muß man dafür sorgen, dass man nicht durch Hunger und besonders Durstgefühle ausgelaugt ist. Man versorgt sich also besser mit etwas Schokolade und kalten Getränken (Wasser!), auf die man bei Bedarf zurückgreifen kann. Das Trinken sollte dabei schon zu einem Automatismus werden. Durstgefühle dürfen gar nicht erst entstehen.

Zur mentalen Kraft gehört es übrigens auch, nicht ewig mit der Ausrüstung zu hadern. Man besorgt sich eine verläßliche gut balancierte Flinte ggf. mit Maßschaft in einer Preisklasse, die man sich leisten will oder kann und die für den gedachten jagdlichen Zweck oder die sportliche Disziplin geeignet ist - und Schluß damit!

Besonders in Deutschland scheinen Schützen immer moralische Bedenken zu haben, sich eine gute und damit kostspielige Ausrüstung zu gönnen. Aber erst wer sich eine gute Ausrüstung gönnt, nimmt sich und seine Sache wirklich ernst und lässt keine Ausflüchte mehr zu. Denn der Gedanke, ich kann das angestrebte gute Ergebnis nicht schaffen, weil ich ja keine richtig gute Flinte habe, kann eine Ausrede sein, um von sich selbst nicht das Notwendige zu verlangen.

Auch das ewige Gehadere mit Gedanken wie: wenn ich die neue Flinte xy hätte, mit der Lauflänge xy und der Schiene xy, dann wäre ich besser, verhindern den Erfolg. Wählen Sie Ihre Flinte und Ausrüstung professionell, konzentrieren Sie sich dann auf ein sinnvolles Training und benutzen Sie Ihre Ausrüstung als Werkzeug! Und bedenken Sie: Der Schütze steht im Mittelpunkt des Geschehens, nicht die Waffen! Viele Schützen kaufen ständig eine neue Flinte und verkaufen die alte Flinte. Will oft bedeuten, sie möchten Treffer kaufen und das Vorbeischießen verkaufen.

Aber die Fähigkeit zu treffen ist eine persönliche Fähigkeit. Diese gilt es zu entwickeln - sowohl technisch als auch mental - die Ausrüstung kann einem dabei im Weges stehen: wegen eines falschen Schaftes, wegen falsch garnierter Läufe, falscher Ergonomie, oder einer falschen Brille, etc. Aber der Erfolg des Schützen ist nicht grds. abhängig von der Marke seiner Flinte oder einem gerade neuen Produkt auf dem Markt - sondern grudsätzlich von seinen persönlichen Fähigkeiten.

Diese persönlichen Fähigkeiten zu entwickeln, ist natürlich mühevoller als bloßes Konsumieren - aber lohnender!

In deutschen Wurfscheibenvereinen wird gerne konsumiert. Das Vereinsleben gerät da leicht zur Konsumschau neureicher Selbstdarsteller, die jedes Wochenende mit ihrer wirtschaftlichen Potenz schaulaufen müssen. Es dürfte klar sein, dass einen wirklich engagierten Schützen das alles kalt lassen muss.

Auch Alkohol sollte während der Wettkampf- und Trainingszeiten absolut tabu sein. Regelmäßiger Alkoholkonsum ist massiv erfolgsmindernd und zerstört jede mentale Kraft.

Flintenschießen kann den Schützen zu mehr Selbstvertrauen verhelfen - konkret: mehr leisten zu können als er sich je zugetraut hat. 

Flintenschießen ist Meditation.


Zuletzt noch einenen Eindruck zum Schießsport überhaupt: Mike Yardley machte diesen Film um die Bedeutung des Schießsports in Großbritannien darzustellen.  

 
   
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