Der Flintenschuetze

    Home > Kursinfos > Grundlagen
     

Grundlagen

Grundlagen erarbeiten - große Berge besteigt man in Etappen

Wir sollten es eigentlich wissen: wenn man beginnt eine Tätigkeit zu lernen, macht man dies grundsätzlich langsam und in kleinen Schritten. Niemand käme auf die Idee, einem Schreibanfänger aufzutragen, er solle einen Roman abschreiben um dabei das Schreiben zu lernen. Genau dies wird aber von angehenden Flintenschützen verlangt, wenn sie als Anfänger von "Lokalmatadoren" z. B. aufgefordert werden, doch mal eine Runde Skeet mitzuschießen. Üblicherweise "turnt" dabei de Lokalmatador vor und der Anfänger versucht es nachzumachen und fühlt sich dabei als rechter Tölpel - was wiederum den Lokalmatador zu einer sichtlichen Untermauerung seines Egos dient und der eigentliche Zweck dieser Aktion ist.

Leider wird dies oft mit dem Preis bezahlt, dass der Anfänger eingeschüchtert mit der Erkenntnis den Platz verlässt, dass Skeetschießen wohl nicht die Tätigkeit sei, für die er im Leben tauge. Ähnliche Szenarios lassen sich auch für Jagdscheinanwärter und angehende Sportschützen im Flintenschießen beschreiben. Ihnen allen wird das Gefühl gegeben etwas nicht zu können, was sie schon längst zu können hätten: "Ganz schön dumm, dass ihr es noch nicht könnt, nun strengt euch mal schön an oder seid ihr etwa ein hoffnungsloser Fall?"

Das bedeutet im Grunde "das Unmögliche" zu fordern und führt zu einem Vermeidungsverhalten jedes Aspiranten. So werden jedes Jahr viele zukünftige gut geeignete und talentierte Flintenschützen verdorben: in den Jagdkursen und in Sportvereinen. Da wird in Jagdzeitschriften allen Ernstens diskutiert, welche Disziplinen in der Ausbildung Jagdscheinanwärter in der Ausbildung absolvieren müssen, ob Trap oder Skeet besser geeignet seien, ob der Rollhase genüge, oder der Kipphase völlig ausreiche. Dabei haben dann Experten "mit mindestens 20 Jahren (!) Ausbildererfahrung" das Wort, deren Äußerungen dann so unverträglich sind wie Feuer und Wasser. Ihre Vorschläge münden in hochtrabenden Lehrplänen (Zielformulierungen) , an deren Ende Jäger und Schützen zu unfehlbaren Virtuosen postuliert werden und uns in Ehrfurcht vor den Anforderungen  der Ausbildung zum deutschen Weidwerker auf die Knie sinken lassen sollen.

In der Lebenswirklichkeit jedoch pflegen hochtrabende Pläne mit Mühe und Schweiss umgesetzt werden zu müssen. So manches Postulat versinkt dann in unpädagogischer Ungeduld und Frustration der Schüler. Schon Pisa erinnerte uns an die Relativität des Nutzens der Relativitätstheorie auf den Lehrplänen unserer Schulen, wenn die Schüler in der Praxis später die Grundrechenarten und die Zinsrechnung im Alltag nicht beherrschen.

Und so ähnlich ist es auch mit dem Flintenschießen: Der Erfolg in den großen Dingen wird durch Übungen der kleinen Banalitäten erreicht. Ausbildung sollte Grundlagen vermitteln und nicht nur Postulate aufstellen. Die Ziele sollten dabei zunächst klein sein, damit Selbstvertrauen, Freude und Sicherheit im Tun des Lernenden begründet werden. Lehrer und Schüler sollten schon beim Erreichen dieser kleinen Ziele ein Team bilden, welches eine gemeinsame Aufgabe verfolgt, zu der jeder Beteiligte seinen Teil beisteuert. Der Lehrer weiss, nicht nur wie man es machen muss, er weiss auch wie man es anstellt, dass der Lernende lernt ,es richtig zu machen - und gibt dieses Wissen weiter.

Für das Skeetschießen bedeutet dies z. B., dass der Anfänger zunächst lernen muss auf Stand 1 die kommende Scheibe vom Niederhaus zu treffen (Linksschützen beginnen auf Stand 7 mit der Hochhausscheibe). Dies am Anfang im Voranschlag. Dabei öffnet man mit zunehmenden Erfolg stück für Schritt den Winkel Richtung Stand 2. Dann folgt die Einübung mit dem Anschlag von der Hüfte. Alles dies muss eingebetet sein in die Vermittlung einer nachvollziehbaren Schießmethode (wie bewege ich die Mündung im Verhältnis zum Ziel - z.B. CPSA pull away Methode ) und einer Anleitung zur Bewegung der Waffe am Körper des Schützen (z.B. gem. H&H bzw. CPSA). Wird die Rechtsdrehung auf kommende Scheiben auf den Ständen 1+2 beherrscht, vermittelt man die Linksdrehung auf den Ständen 7 und 6. Danach könnte die gehende Scheibe auf Stand 7 dazu kommen und dann wiederum auf Stand 7 die Double on Report. Dieses Können allein wäre schon eine sehr ordentliche Grundlage und würde besonders die Jäger in eine wesentlich besseren Ausbildungsstand versetzen als er im Allgemeinen vorzufinden ist.

Unterricht im Flintenschießen hat nur Sinn, wenn dieser Unterricht nachhaltigen Erfolg und repruduzierbares Tun ermöglicht.  

 
   
PartnerLogo PartnerLogo PartnerLogo PartnerLogo PartnerLogo
PartnerLogo PartnerLogo PartnerLogo PartnerLogo PartnerLogo
 
Aktuelles | Zur Person | Tipps / Infos | Kursinfos | Flintenkurse | Büchsentraining | Partner | Hersteller | Downloads | Buchung | Links | Kontakt