Der Flintenschuetze

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CPSA Methode - die ganzheitliche Methode Flintenschiessen zu lernen

 Die  CPSA Methode lehrt zunächst Schützen zügig ein bewegtes Ziel mit der Flinte zu treffen - und gleichzeitig dabei zu erkennen, wie die bewegungstechnischen Abläufe den Erfolg kontrollieren. Jeder der es wirklich will, kann das lernen. Die "CPSA Methode" ist deshalb nicht nur eine Schießtechnik - Pull away - sondern ein ganzheitliches  Konzept zum Erlernen des Flintenschießens. Kern des Systems ist auch ein umfassendes Ausbildungssystem, in dem Trainer unterwiesen werden, das Flintenschießen als Sport an Interssierte inhaltlich und pädagogisch richtig zu vermitteln. Dabei geht es um Vermittlung von faktischem Wissen. Die CPSA Methode ist auch ein didaktisches System, mit dessen Mitteln Flintenschützen wirksam trainiert werden können. Es beruht in der Hauptsache auf einer Übereinkunft über wesentliche inhaltlicher Elemente, die das Wesen des  Flintenschießens in den verschiedenen Disziplinen ausmachen und dann auf einem gemeinsamen Konsens darüber,  wie diese Inhalte  effizient vermittelt  werden sollen.  1998 war ich wohl der erste Deutsche, der an einem CPSA Trainer Kurs teilnahm. Mittlerweile sind Andere gefolgt.  Um CPSA Senior Coach zu werden, muß man 5 Kurse belegen. Sie dauern jeweils 4 Tage und enden  immer  mit einer recht intensiven Unterrichtsprobe, in der gezeigt werden muss, ob man als Trainer in der Lage ist die gestellten Anforderungen zu erfüllen. An diesem Tag kommen Referees von Außen um die Arbeit der Trainer zu beurteilen. Die Schützen, mit denen man während dieses Testtages zu tun bekommt, sind unbekannt und werden zugelost. Dabei sind Rollstuhlfahrer und Personen mit Minderwuchs. Man tut gut daran die Kurse nicht hintereinander zu belegen, sondern jeweils ein Jahr - oder ein paar Monate verstreichen zu lassen, und zwischenzeitlich zu praktizieren. Nachdem ich jetzt 15 Jahre als Trainer arbeite, muss ich sagen, dass meine Wahrnehmung und Analysefähigkeit sich verändert haben. Ich habe über die Jahre durch Beobachtung der vielen Fallbeispiel dazugelernt und sehe mehr. Die visuelle Fixierung hat in meinem Unterricht als wesentliches Element eine zentrale Bedeutung bekommen. Diese Entwicklung wäre aber ohne das Fundament der CPSA nicht denkbar gewesen. 

Ich muss mich mit meiner Flinte richtig bewegen lernen! Nicht mal so oder so. Sondern konsequent , nachvollziehbar und sicher innerhalb eines vorbezeichneten Bewegungsrahmens. Haltung,  Stand,  Sehen,  visuelle Zielaufnahme, Mündungspositionierung zur Zielaufnahme, Balance,  synchrone Anschlagsbewegung, das Nachschwingen. Das sind Grundsätze, die in allen Schießschulen gleich unterrichtet werden müss(t)en. Erst wenn diese Dinge verbindlich geklärt sind und richtig durchgeführt werden können, kommt eine Methode des Schießens ins Spiel. Mit anderen Worten ein Beispiel aus dem Golfbereich: bevor es auf die Wahl meines Schlägers ankommt, muss ich lernen richtig zu schlagen. Die meisten Schützen fragen mich immer im Angesicht eines Parcoursziels: - Wie weit muss ich vorhalten? - Dabei würde ihnen dieses Wissen gar nichts nützen, weil sie die Bewegung um einen korrekten Vorhalt herzustellen, nicht beherrschen.
Sinnvoller Schießunterricht  im Flintenschießen beinhaltet deshalb eine vollständige Anleitung zum Bewegungsablauf .
Der bloße Hinweis auf Schießmethoden wie Swing through, Maintained Lead, Pull away oder Ähnliches reichen auf Dauer nicht um einen Schützen  mit Konsequenz zum Erfolg zu bringen.

  

1) allgemeine Grundlagen

Welche Fußposition, Gewichtsverteilung, Bewegungsserklärung? Drehen über das Deutbein, Hand/Augekoordination, Wo positioniere ich die Mündung in Erwartung des Ziels und wo schaue ich hin, wenn ich das Ziel erwarte? - Wie bewege ich die Mündung zum Ziel? Welche Mündung/Zielrelation muss hergestellt werden bevor abgedrückt werden kann. Was passiert im Schuss und was danach?

2) Technik der Mündungsbewegung am Ziel

Als erste "Schießtechnik" für Anfänger empfiehlt sich sie sog. PULL AWAY TECHNIK - (CPSA Standard). Die Engländer sagen: POINT AT IT AND PULL AWAY:
Mit der Mündung in einer ziehenden Anschlagbewegung auf das Ziel deuten um dann vorziehen um zu feuern. Die Angabe eines Vorhaltemaßes erfolgt dabei perspektivisch - es genügt meistens, wenn die Laufmündung in der Perspektive eine Patronenlänge vor das Ziel bewegt und in der Bewegung abgedrückt wird, sobald das "cartridge gap" hergestellt ist. Da das Ziel zunächst mit der Mündung berührt wird, kann der Schütze die Geschindigkeit erfassen und instinktiv - mit etwas Übung - die Mündung meist richtig vorziehen. Maßangaben beim Vorhaltemaß sind nicht zweckdienlich, weil situativ kaum nutzbar.

Mit der CPSA Methode = richtig angewendete PULL AWAY TECHNIK -  werden sehr schnell positive Resultate erzielt. Wer so erste Schritte der Mündungsbewegungstechnik am Ziel erlernt, eröffnet sich auch im Weiteren  mit zunehmender  Erfahrung den Zugang zu den anderen Bewegungstechiken.  Hiervon die  Wichtigste ist dann Maintained Lead. Diese Methode erfordert aber schon ein Mehr an Erfahrung und ist nicht das Mittel der ersten Wahl für einen Anfänger.  Viele Parcoursziele und auch Ziele auf der Jagd hingegen können sehr gut mit der Pull Away Technik  geschossen werden.  Deshalb ist es wesentlich, dass diese Methode  gut beherrscht wird.  So entsteht nach und nach ein sicherer Schütze, der  mit allen Situationen zunehmend gut zurecht kommt.  Wesentlich ist  allerdings zunächst das Erlernen  (= Begreifen) in kleinen Schritten.  Je kleiner die Schritte sind, um so durchsichtiger wird der  subtile  wie  komplexe Bewegungskomplex für einen Anfänger im Flintenschiessen. Kann der Schüler aus dem Voranschlag die Scheibe regelmäßig treffen, beginnt man mit einem Anschlag aus dem Achselbogen heraus., wobei die Anschlagsbewegung als Bewegungsvorgang für den Schüler durchsichtig gesmacht werden muss.  Weiter müssen der visuelle Aufnahmepunkt und Mündungsposition vor Abruf des Ziels bestimmt werden. Diese liegen etwas weiter in der Flugbahn als bei der bei uns bekannteren "Überholmethode".   Grundlage: Die Anschlagbewegung aus dem Achselbogen und jede andere Anschlagbewegung werden ziehend ausgeführt. Denn Schießen ist Deuten und die Bedeutung der Führungshand am  Vorderschaft ist Grundlage einer richtigen Bewegung mit der Flinte.

Auf die Scheibe, vor die Scheibe, Schuss, Nachschwingen. Das Nachschwingen (follow through) ist dabei ein sehr essentielles Element. Denn die Anfänger neigen meist dazu die Waffe im Schuss - beim Betätigen des Abzuges - schon wieder - also zu früh -  abzusetzen. Oder im Schuss werden Blick oder Kopf gehoben, weil der Schütze reflexartig genau sehen will, ob er trifft, wenn er abdrückt. Ein korrektes Positionieren der Garbe ist so allerdings nicht möglich.

Es ist in Deutschland unter vielen Flintenschützen ein weit verbreiteter Irrtum anzunehmen, dass es (nur) eine  bestimmte Methode für das Flintenschießen gäbe. - Nur eine Methode die Richtige sein könne - oder es gleichgültig sei, mit welcher Methode man arbeitet. Viele haben gar keine Methode. In Wahrheit ist es jedoch notwendig, die beiden Hauptmethoden Pull Away und Maintained Lead sicher und konsequent nebeneinander auf diverse Ziele anwenden zu können. Nur so kann der Schütze sicher alle Situationen abdecken und mit zunehmender Erfahrung erkennen, wann er der einen oder anderen Methode den Vorzug gibt.

Bei allen Darstellungen der Methoden des Flintenschießens in der Literatur fällt auf, dass eine sicher nachvollziehbare Beschreibung der einzelnen Methoden nicht wirklich zu finden ist. Wesentlich in der Anwendung der verschieden Schießtechniken ist eine Erklärung darüber, wo der Schütze bei den einzelnen Methoden bei  Beginn des Bewegungsablaufs und im Augenblick der Schußabgabe blickt und welche Funktion die visuelle Vorfokussierung für die Bewegungssteuerung hat. In der Tat handelt es sich hier um einen Kernbereich eines sinnvollen Schießunterrichts, ohne den das Flintenschießen nicht transparent werden kann.   

 

Es sei betont, dass keine Methode funktioniert, wenn nicht die Grundlagen der Anschlagsbewegung beherrscht werden und die individuellen Sehproblematiken des Schützen sicher geklärt sind. Ohne Wissen über das Sehen ist der Schütze hilflos. Neben der Führungsaugenproblematik muss der Schütze wissen, wie er zu visualisieren hat.    

 

Richtig vermittelt erlernen die meisten Schüler einen jagdlich verwertbaren Anschlag innerhalb von 10 - 20 Minuten. Später kann - sofern gewünscht - dann die Haltung auch tiefer (gemäß DJV) vorgenommen werden, am Anfang ist es jedoch wichtig, das Prinzip einer ziehend ausgeführten Anschlagbewegung zu begreifen und den Anschlag aus dem Achselbogen ausführen zu lernen.

In einer jagdlichen Flintenschießausbildung müssen genaue Lernziele definiert werden. In einer Situation, in der  Übungsmöglichkeiten limitiert sind, muss die Ausbildung zweckgerichtet und effizient sein.

 
   
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