Der Flintenschuetze

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Trap erlernen

Das Erlernen des Flintenschießens (Trap) für Jagdscheinanwärter und Jagd-/Sportschützen

Ich kann das Flintenschießen erlernen, wenn ich die wesentlichen Punkte von Anfang an beachte und damit folgende Fragen positiv beantworten kann:

  1. Beherrsche ich das erforderliche Sicherheitsverhalten?
  2. Habe ich die richtige Motivation (Freude an der Bewegung, am Schießen, etc. )?
  3. Habe ich Geduld mit mir, kann ich auf meine Bewegungen konzentrieren?
  4. Habe ich die richtige Ausrüstung?
  5. Mit welchem Auge schaue ich dominant?
  6. Beachte ich die richtige Fußstellung, wie ist die Ausrichtung meines Oberkörpers?
  7. Halte ich meine Waffe richtig und wie vollziehe ich die Anschlagsbewegung?
  8. Wohin stelle ich meinen Lauf, wenn ich mein Ziel erwarte und wohin blicke ich?
  9. Wann starte ich meine Bewegung auf das Ziel?
  10. Wie bewege ich mich auf mein Ziel und wie setze ich meine Führungshand richtig ein?
  11. Wohin schaue ich und wie bewege ich mich im Schuß?

Die richtige Ausrüstung ist gerade für Jagdscheinanwärter immer ein dramatischer Punkt. Es ist absolut unverständlich, dass angesichts der Kosten einer Jagdausrüstung, die in der Grundausstattung leicht bei ca. 10000€ liegen - und bei den übrigen üppigen Kosten für Revier und Jagdreisen - ausgerechnet bei der Flinte schmerzhaft gespart werden soll.

Ohne jegliches Sachverständnis werden irgendwelche "Schießeisen" angeschafft. - Hauptsache billig. Erst kürzlich habe ich wieder erlebt, dass die Jagdprüfung von einem Jungjäger mit einer Flinte für das olympische Trapschießen - natürlich ohne Erfolg - versucht wurde. Jagdkursausbilder, die so etwas zulassen, gehören im Grunde suspendiert. Mit einer richtig eingestellten Sporting Flinte mit 1/4 und 1/2 Choke lernte dieser Schütze innerhalb weniger Stunden unter meiner Anleitung eine Trefferquote von mehr als 60% sicher zu erzielen. Mein Hinweis - er solle sich doch die 1400€ teure Flinte bei einem Waffenhändler kaufen - tat er ab mit den Worten: er wolle es doch lieber weiter mit seiner olympischen Trapflinte versuchen. Angesichts der Tatsache, dass ich den Effekt einer olympischen Trapflinte (Hochschuss des unteren Laufs und Kompaktheit der Garben) eindeutig auf einer Anschußscheibe im Vergleich zur verwendeten Sporting Flinte eindrucksvoll demonstriert hatte, und in Anbetracht des Erfolges mit der Sporting Flinte, kann diese Entscheidung nur mit Kopfschütten quitiert werden.

Ähnlichen Blödsinn erlebe ich leider immer wieder. Ein weiteres Feld der Tränen sind die Linksschützen, die immer wieder mit Flinten kommen, von denen sie meinen, dass sie "gerade Schäfte" hätten .

Der Neuling muß Stück für Stück und konsequent an den relativ komplexen Bewegungsablauf herangeführt werden. Zunächst muß er lernen, bei richtiger Körperhaltung (Deuthaltung) korrekt durch die Mündung zu schauen. Sodann ist ihm beizubringen im Voranschlag aus kürzerer Distanz Geradeausscheiben erfolgreich zu beschießen. Wird dies beherrscht, ist für Rechtsschützen auf leichte Linksscheiben zu wechseln. Linksschützen werden mit Rechtsscheiben bedient. Danach ist der Beschuß der gleichen Ziele aus sich vergrößernden Entfernungen zu üben. Sobald sich der Schütze in diesen Aufgaben stabilisiert hat, ist er an das Anschlagen der Waffe zu gewöhnen. Man beginnt wieder mit Geradeausscheiben aus kurzer Entfernung. Der Hinterschaft wird nun zunächst in die Achsel genommen. Auf die tiefe DJV Haltung muß anfänglich zwingend verzichtet werden. Erst wenn sich der Schütze im Anschlagen der Waffe aus der Achsel heraus auf alle o. a. Ziele und größeren Entfernungen stabilisiert hat, kann die Waffe von immer weiter unten angeschlagen werden, bis schließlich die DJV Haltung erreicht ist. Die Schützen dürfen in diesen ersten Lernphasen nur eine Patrone verwenden und müssen gute Ersttreffer erzielen. Die Beachtung dieser Vorgehensweise ist enorm wichtig.

Ein kleiner Auszug aus unserem Ausbilderskript

In der Anfangsphase des Unterrichts wird das Fundament für den späteren Erfolg gelegt. In dieser Phase verbietet es sich, seine Schüler rottenweise schießen zu lassen. Die Grundlage muss mit jedem Schützen einzeln erarbeitet werden. Für einen späteren Gruppenunterricht gilt grundsätzlich: Der Einzelne hat nur soviel davon, wie ihm in der Gruppe Einzelzuwendung durch seinen Ausbilder zukommt. Gruppen von 6 - 8 Schützen sind mehr als genug und erreichen ein Schwierigkeitsgrad für den Ausbilder, der nach meiner Beobachtung hierzulande meistens nicht bewältigt wird. Die üblichen Massenschießveranstaltungen mit 12-25 Leuten - oder gar mehr - sind vom Unterrichtsaspekt her völliger Unsinn. Ausbildung im Flintenschießen beginnt nicht auf dem Schießstand. Sie hat einen theoretischen Vorspann, in dem der Neuling in den Bewegungsablauf (Schießen ist Deuten), in die sichere Handhabung der Waffe und die Bedeutung der übrigen Bestandteile seiner Ausrüstung eingewiesen wird. Es ist unumgänglich dem Schützen seine Waffe richtig anzupassen.
Dies ist -man kann es gar nicht oft genug wiederholen- Aufgabe des Schießausbilders. Dabei muss dieser nicht selbst zum Schäfter werden, aber es ist seine Aufgabe dafür Sorge zu tragen, dass ihr Schüler eine passende Waffe hat. Ggf. muss der Schüler zum Büchsenmacher/Schäfter begleitet werden. Sofern diese "Fachleute" die richtige Schaftlänge der Waffe für den Schützen allerdings mit der sog. Unterarmlängenmessung des Schützen ermitteln wollen, ergreifen Sie die Flucht. Dieser "Fachmann" ist nichts wert. Überhaupt werden Sie feststellen, dass Sie sich durchsetzen müssen, wenn Sie für Ihren Schüler etwas erreichen wollen. (Auf alle Besonderheiten der Schäftung wird weiter unten eingegangen)
Bei Gruppen sind Karteikarten für den einzelnen Schützen anzulegen: Rechts-/Linksschütze, Augendominanz, Brillenträger, ggf. Waffentyp und Schaftmaße. Es ist hierbei ein unverzeihlicher Frevel des Ausbilders einen bspw. Rechtshänder mit linker Augendominanz den Blick nicht mit einer Sportbrille und einem Abkleber zu korrigieren. Wer hier als Ausbilder nicht tätig wird, kann ebenso von seinem Schüler verlangen, er solle die Ziele ohne Munition zerschießen. Leider ist aber genau dieser Frevel immer wieder beobachten.

Beginnen Sie als Ausbilder das praktische Schießen beim Trap von Stand 3 mit einer geradeaus fliegenden Wurfscheibe, nachdem Sie dem Schützen die erforderlichen Elemente der Sicherheit, die Fußstellung und den zeitlichen Ablauf des Schießvorgangs erläutert haben. (Haltepunkt der Waffe, Blickrichtung, Startzeitpunkt). Gehen sie mit dem Schüler vor zur Bunkerkante und lassen Sie ein paar Scheiben fliegen. Die Waffenmündung sollte beim Abruf der Scheibe durch den Schützen an die vordere Bunkerkante gehalten werden, jedoch muss im Voranschlag die Mündung so hoch gehalten werden, dass der Schütze die Waffe waagerecht positioniert. Zu Unterrichtszwecken sollte diese Stelle (Halteposition des Schützen) möglichst markiert werden. Der Schüler beginnt mit der Bewegung auf das Ziel erst, wenn es sich oberhalb seiner Laufmündung befindet. Normalerweise sollte der Schüler immer mit der geradeaus fliegenden Wurfscheibe beginnen zu schießen. Lassen Sie Ihn zunächst mit dem Zeigefinger auf das Ziel deuten. Wenn er richtig mit dem Zeigefinger deutet und der Ablauf dabei stimmt, kann er es auch mit der Waffe. Dann mit der Waffe leer die gleiche Deutbewegung vollziehen. Dann erst - nachdem Sie alle auftretenden Fehler in seiner Deutbewegung abgestellt haben - mit einer scharfen Patrone schießen lassen. Der Schüler beginnt zunächst im Voranschlag. Dies ist schwierig genug. Mit der richtigen Ausführung des Voranschlags wird überall viel zu leichtfertig umgegangen.

Merke: der Voranschlag ist für einen Anfänger schwierig. Er ist das Endprodukt auch des sog. DJV Anschlags. Also verdient der Voranschlag ganz besondere Aufmerksamkeit. Der Ausbilder ist dafür verantwortlich, dass sein Schüler immer die Waffe richtig in den Voranschlag einsetzt und insgesamt die richtige Körperhaltung einnimmt. Wenn hier von Anfang an nicht konsequent korrigiert wird, werden sich Fehler einschleichen, die später nur schwer wieder ausmerzt werden können.

Das Anschlagen der Flinte aus der Erwartungshaltung ist nicht weiter schwierig, wenn der Bewegungsablauf wirklich  richtig erklärt wird. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn der Anfänger sich den Bewegungsablauf  dann selbst erklären kann - und einen Ursachenzusammenkang zwischen seinem Bewegungsablauf und seinem Trefferergebnis erkenne kann.

 
   
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