Der Flintenschuetze

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Der Schüler

Aller Anfang ist schwer - Aber sei konseqent zu dir selbst!

Der Schüler, der das Flintenschießen erlernen will oder muss, hat es nicht leicht. Schießstände in Deutschland sind knapp, ihre Öffnungszeiten sind dazu begrenzt. Die Anfahrtswege sind teilweise weit. Qualifizierte fachliche Beratung hinsichtlich Ausrüstung und Schießtechnik ist nicht leicht zu bekommen.

Der Flintenschießschüler macht als Anfänger - wenn er Jagdscheinanwärter oder beginnender Sportschütze ist - meistens den Fehler, darauf zu vertrauen, dass ihm die für die Jägerprüfung oder das Vereinsschießen notwendige Fertigkeit im Flintenschießen durch die Ausbilder seines Jagdkurses oder durch Vereinskollegen beigebracht wird. Obwohl dies von den Verantwortlichen in Ausicht gestellt wird, trifft dies aber nur in sehr vereinzelten Fällen zu. In der Regel gehen die Jagdausbildungsvereine und Sportvereine stillschweigend davon aus, dass sich die Schüler selbst um ihre Ausbildung kümmern. Oder direkter: Sie überlassen ihre Anfänger sich selbst.

Tatsächlich haben die örtlichen Jagdvereine/Sportvereine eine recht verschwommene Vorstellung davon, wie sie ihre Schießausbildung für Anfänger durchführen sollen. Dies liegt insbesondere daran, dass es keine Qualifikationshürde für Schießausbilder innerhalb der jagdlichen Organisationen gibt - und im sportlichen Bereich mag das für die Spitze der Schützen anders sein, aber für den Normalanfänger gibt es ebenfalls nichts an brauchbarer Unterweisung. Allgemein kennt man nur die Schießaufsicht. An den von den Jagdvereinen organisierten Jungjägerschießterminen findet folglich bloßes Schießen statt und keine Schießausbildung. Das Ganze wird dann bewacht von einem jagdlich bekleideten Knopfdrücker, der die Schützen hauptsächlich vor ungewollter gegenseitiger Erlegung bewahrt. In seinem weiteren Tun mahnt er die Schüler zu einem korrekten Anschlag, schnellerem Schießen und der DJV Erwartungshaltung. Stellt sich trotz dieser "Fürsorge" der gewünschte Erfolg nicht ein, wird (hilfloser) Trost gespendet: Der dämliche Spruch, die Schützen sollten erst mal eine Wagonladung Munition verschießen, danach würden sie es schon können, dürfte vielen Betroffenen noch im Ohr klingen und hat schon einige Schüler in die Resignation getrieben.

Im Verlauf der Jägerausbildung nehmen die Schüler in der Regel sehr spät zur Kenntnis, dass nicht jeder mit einem grünen Filzhut auf dem Kopf ein Schießausbilder ist und dass sie als Prüflinge für die Anforderungen der Jägerprüfung im Flintenschießen nicht genügend ausgebildet sind. Ebenso wird der Einfluss der Ausrüstung (passende Flinte ) auf den Fortgang des Lernprozesses ignoriert. Viel zu unbedacht, leichtgläubig und ohne jegliches Grundwissen über die notwendigen Auswahlkriterien, werden von den Jagdscheinanwärtern ungeeignete Flinten angeschafft - oder von Verwandten, Ehepartnern, Freunden und Ausbildungsvereinen geliehen. Erstaunlich ist, dass für das Vorhandensein einer Flinte immer recht schnell gesorgt wird, aber eine konsequente Einübung ihrer erfolgreichen Benutzung von den Schülern hinausgeschoben wird. Viele wenden sich der Teilaufgabe Flintenschießen erst zu, wenn die schriftliche und mündliche Prüfung erfolgreich abgeschlossen wurden (sofern dieser Ablauf von den Landesprüfungsordnungen her möglich ist). Dies führt in der unmittelbaren Zeit vor den Prüfungen immer zu mit unnötigem Stress verbundenen Engpässen auf den Schießständen, da diese dann überfüllt sind. Aber selbst in dieser Stressphase glauben die meisten Anwärter selbst - und ohne Anleitung - zum Ziel zu gelangen. Eine echte Konsistenz der Leistungen ist für die meisten Schützen deshalb meistens nicht erreichbar. Die vorhandenen Fehler werden unreflektiert weiter praktiziert und so der Prüfungserfolg aufs Spiel gesetzt.

Nachdem die Jagdverbände über keine geeigneten Ausbildungskonzepte zum Flintenschießen verfügen, schaffen sie ab, was sie nicht beibringen können. Zunehmend ist deshalb zu beobachten, dass die Länderprüfungsordnungen geändert werden und das Flintenschießen aus den Prüfungen entfernt wird. Allenfalls der Kipphase wird in der Jägerprüfung noch geschossen. An natürlichen Jagdbedingungen gemessen ist das nur eine Übung, die eher nur zur Funktionsüberprüfung der Flinte taugt. Es obliegt daher der Verantwortung des einzelnen Jägers sich selbst um die notwendigen Fertigkeiten zu bemühen.

Bei den Sportschützen ist es kaum anderes. Die meisten Schützen doktern jahrelang konzeptlos ohne wirkliche Anleitung herum und üben ihre eigenen Fehler immer wieder aufs Neue. Auch für den Sportschützen ist die mentale Seite von großer Bedeutung. Wer hat in seinem Verein darüber schon mal was gehört und bereibt ein mentales Training zur Wettkampfvorbereitung? Ober wer befasst ist konkret mit einer Tagesplanung bezüglich der Abläufe während seines Wettkampftages?

Nach meiner Erfahrung nehmen zu viele Schüler erst qualifizierten Unterricht, wenn sie kurz vor der Prüfung stehen oder bereits mindestens einmal beim Flintenschießen in der Jägerprüfung durchgefallen sind. Oder wenn beim Sportschützen der Leidensdruck zu groß geworden ist. Leider sind dies dann meistens auch noch diejenigen, deren Ausrüstung erhebliche Mängel aufweist. Keine passende Flinte, keine vernünftige Schießweste, falsche Brille, usw.

Trotz der guten Ausrüstung meines Schulungsbetriebs wird die Bereitstellung der passenden Ausrüstung dann im Einzelfall ein Wettlauf mit der Zeit. In vielen Fällen habe ich schon meine Gelenkgewehre für die Prüfung verleihen müssen. Weitere Gründe für die Erfolglosigkeit jagdlicher Anfängerschützen ist die völlige Unkenntnis der erforderlichen Bewegungslehre und ungelöste Probleme der visuellen Wahrnehmung (z. B. Augendominanz) beim Zielvorgang mit der Flinte. Zusammengefasst scheitern die Schüler, nachdem sie im Rahmen ihrer jagdlichen Ausbildung viele 100 Schuss - ja manchmal bereits bis zu 2000 Schuss - abgegeben haben, an den ungelösten Banalitäten der ersten Stunde. Dies trifft übrigens leider genauso für viele langjährige Jagdscheininhaber zu.

Die Regel für den Anfängerschützen sollte also sein: Möglichst früh - mit dem Beginn des Jagdkurses - mit dem Flintenschießen zu beginnen. Grundwissen durch professionellen Lehrer beibringen lassen. Für Anfängerschützen ist hierbei die erfolgversprechenste Methode der Einzelunterricht. So erlernt man in der Regel die Bedingungen der Jägerprüfung an 1 - 2 Terminen sicher zu erfüllen. Ausrüstung nicht einfach unreflektiert kaufen. Also erst kaufen, wenn man mit der Flinte, die man erwerben möchte, unter Anleitung des Schießlehrers und Kontrolle der Schäftung die an sich einfachen Bedingungen der Schießprüfung regelmäßig und sicher erfüllt. Ich wende mich damit ausdrücklich gegen die allgemein gängige Praxis erst eine Flinte zu kaufen und dann mit dem Üben zu beginnen! Ich wende mich aber auch gegen die Praxis die 0815 Lehrgangsflinte des örtlichen Jagdkurses zu benutzen, die nicht angepasst wird. Kaufen Sie nur eine Flinte, mit der Sie auch als angeleiteter Anfänger treffen! (Trefferquote 40-60%) Nehmen Sie Unterricht, damit Sie erfahren, welche Flinte Sie wirklich benötigen, oder um zu erfahren, wie Sie eine vorhandene Flinte evtl. für Ihre Bedürfnisse umändern können.

Viele Schüler wollen übrigens das Flintenschießen nicht an sich erlernen, sondern Sie wollen Flintenschießen um den Jagdschein zu bestehen. Denn nach bestandener Jägerprüfung sind fast alle nicht mehr zu sehen. Dies ist ja auch kein Wunder. Denn die meisten Schüler sind während Ihrer Jagdausbildung durch die vorgefundenen Umstände vergrault worden. Allerdings sollte sich jeder vor Augen halten: die Anforderungen der Jägerprüfungen im Flintenschießen entsprechen nur zu einem geringen Prozentsatz den späteren jagdlichen Anforderungen. Eine eigene Ausbildung der Fähigkeiten ist also nötig.

Um ein jagdlich wirklich einsetzbarer Flinten- und Bewegungsschütze zu werden, wäre eine weitere Auseinandersetzung mit dem Flintenschießen nach der Jägerprüfung dringend erforderlich. Die Schießvorschrift des Deutschen Jagdschutzverbandes formuliert entsprechend: ...Nach bestandener Jägerprüfung sind die Jäger gehalten, ihre Fertigkeiten mit dem Umgang der Waffe zu vervollkommnen, ihre Schießfertigkeiten zu überprüfen und zu steigern. Die Übungsschießen sollen das ganze Jahr über mit Schwerpunkt vor Beginn der Hauptjagdzeiten stattfinden...

Eine effiziente Ausbildungsmethode führt auch hierbei rascher zu einem besseren Erfolg als autodidaktisches Herumprobieren. Es ist dabei wohl eher eine deutsche Eignart sich beim Erlernen eines neuen Sports nicht eines Trainers zu bedienen, ganz im Gegensatz zu den angloamerikanischen Ländern, wo es beinahe für jede sportliche Tätigkeit schon in den Schulen auch einen entsprechenden Trainer gibt.

Was sollte nun der nach Vervollkommnung strebende Jagdflintenschütze nach bestandener Jägerprüfung tun? Zunächst ist das Skeetschießen als Übung für das jagdvorbereitende Schießen mit der Flinte besonders geeignet. Denn dessen Flugbilder entsprechen viel eher der jagdlichen Realität als das Trapschießen. Außerdem lassen sich solche Stände auf einem wesentlich kleinerem Areal verwirklichen als die üblichen Jagd-/Trapstände und die neuerdings geforderten Schrotfangvorrichtungen sind sparsamer zu errichten. Im Grunde ist jede Skeetanlage ein Kompakt -Jagdparcour en minature, der beispielsweise mit einem Rollhasen kombiniert oder einer weiteren Wurfmaschine für Minitauben oder Segeltauben mit geringem Aufwand noch erheblich aufgewertet werden könnte. Dass dies nicht geschieht ist aus ergebnisorientierter Ausbildungssicht eher unverständlich. Überall wird das jagdliche Trapschießen praktiziert und das Skeetschießen wird zu Unrecht verdrängt. Trotzdem: Es gibt immer noch mehr Skeetstände als Jagdparcours. Es lohnt sich aber für den Jagdschützen diese Disziplin als Vorbereitung auf das Flintenschießen auf der Jagd zu betreiben. Weiter sollte sich der Schüler für seine Übung eine Grundeinweisung und einen Übungsplan von professioneller Seite holen. Danach verfahren und durchaus alleine üben. Dann aber den Übungsfortschritt von Zeit zu Zeit durch den Trainer überprüfen lassen. Natürlich ist auch jede Art des Parcourschießens eine hervorragende Übung für die Jagd, die genutzt werden sollte.

 
   
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