Der Flintenschuetze

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Mannlicher - Schönauer

Die Mannlicher - Schoenauer Jagdbüchsen Dies ist die Repetierbüchse, die  wahrscheinlich als die wahre Mutter der jagdlichen Repetiergewehre bezeichnet werden muss. Die Mannlicher Schoenauer Gewehre sind traditionell, technisch beeindruckend, problemlos, grazil schlank, führig. In Stutzenausführung eher einem Spazierstock gleich  - nicht mehr und nicht weniger Waffe als der Jäger tatsächlich auf der Pirsch benötigt. Gewiss,  es gibt auch noch den Mauser 98 und den Mauser 66 -  beide Konstruktionen sind ausgereifte, gute Konstruktionen in klassischer Fertigungsqualität. Aber es ist der Mannlicher Schoenauer, der weniger globig, weniger marzialisch diese vorgenannten Konstruktionen als Jagdgewehr über Stock und Stein, auf dem Berg und im Tal aussticht. Ziviles Understatement eben - seit über 100 Jahren. Wer so ein Jagdwaffe mal in der Hand gehabt hat, ist begeistert.

Warum beschäftigt sich ein Flintenschütze und Coach mit einem Repetiergewehr?
Nun, weil auch er Jäger ist, deswegen auch Repetiergewehre benutzt und sich mit der Materie beschäftigt. Und weil er weiss, dass viele seiner Schüler als Jäger auch Benutzer von Repetiergewehren sind und eventuell mit dem Hinweis auf den Mannlicher Schönauer etwas anfangen können, weil sie ebenfalls ein Faible für gut gefertigte Waffen haben.

Heutzutage ist der Markt voll mit vielen Anbietern, die Repetierbüchsen produzieren. Vielleicht gab es noch nie zuvor eine so große Auswahl von Repetierern auf dem Markt. Die Produktzyklen drehen sich immer schneller, fast jedes Jahr gibt es neue Modelle in immer neuen Varianten. Alles ist verfügbar mit allen nur erdenklichen, immer neuen Patronen in Spezialausführungen für jeden von der Werbung erdachten Zweck. Bei der Produktion geht es um die Einsparung von Kosten, weil die reine Funktion zu einem möglichst niedrigen Preis im Vordergund steht. Neben dem technischen Konzept entscheiden Vertriebs - und Werbekonzept über den Erfolg eines Produktes am Markt. Das sind leider keine Bedingungen unter denen sich handwerklich schöne und anspruchsvolle Produkte entwickeln, an deren Beständigkeit sich der Kunde ein Leben lang erfreuen kann.

Jagdgewehre sind zu Produktpaletten mutiert, für die jährlich immer neues Zubehör ersonnen wird um den Kunden bei Kauflaune zu halten.

Unsere aufgeräumten Kulturlandschaften werden mit sog. Offroad und Outback Varianten moderner Jagdgewehre bejagt. So bleibt die Natur wenigstens im Spiegel unserer Ausrüstung ungezähmt.

Vor ca. 100 Jahren war es noch anders. Nicht alles war besser - aber es ging etwas ruhiger zu und Arbeit war noch billiger. Die Ausrüstung schickte sich gerade erst an die Stufe der heutigen Perfektion zu erreichen, die Welt und die Natur waren noch nahezu unerschöpflich und der Mensch war  ihr Bezwinger - und nicht ihr Hüter. Das Mannlicher – Schönauer Gewehr stammt aus eben dieser Epoche und erzählt uns von der Zeit um 1900, als Menschen aus Europa loszogen um mit einem Gewehr und dessen 6,5er Geschoss in Afrika Elefanten zu erlegen oder dort Wild zu jagen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und ihren Fleischbedarf zu decken. Aber auch im Donauraum und in den Karpaten wurde der M. - S. Stutzen legendär. Denn starke Karpaten Hirsche und grobe Sauen wurden ebenfalls in großer Zahl mit ihm gestreckt. So verbindet sich mit dem Mannlicher Schoenauer ein großes Stück Jagdromantik. Insbesondere dann, wenn Mannlicher- Schoenauer Gewehre schon in der dritten Generation geführt werden.



Sich heute mit dem alten Mannlicher - Schönauer Gewehr zu beschäftigen lohnt sich wie ich meine; denn es vermittelt uns - gerade im heutigen "Modelljungel" - auf sehr gekonnte Art, dass man schon vor über 100 Jahren wusste, wie eine moderne Jagdbüchse zu bauen ist und wie sich eine solche Waffe schon damals anfühlte und wie erstaunlich ergonomisch diese Konstruktion für seine Benutzer war. Insofern strahlt die Mannlicher Schönauer Büchse ein hohes Maß an Beständigkeit aus.

Sie ist eine der aufwändigsten in traditioneller Weise gefertigten Repetierwaffen ihrer Art und ein Meisterwerk aus Metall, das noch eine sinnliche Erfahrung von Oberflächen und Design ermöglicht. Die handwerkliche Präzision und das Können ihrer Hersteller spiegelt sich in der Funktion der Büchse und ihrem 1900er Industriedesign. Die M. - S. gehört zu den Gegenständen, die etwas Zeitloses und Beständiges - und damit einen besonderen Stil repräsentieren. Sie ist dabei durch und durch Jagdbüchse, denn sie ist schlank und führig und wirkt gegenüber einem 98er Repetiergewehr fast schon grazil und unmilitärisch.


Dabei geht das Repetiergewehr Mannlicher - Schönauer bezüglich seines Systems auf eine militärische Konstruktion des Ferdinand Ritter von Mannlicher zurück, und war u.a. in Griechenland jahrzehntelang (1900-1940) als Militärsystem eingeführt. Es sollte jedoch nicht mit dem Steyr Mannlicher M1895 oder dem Mannlicher- Carcano Gewehr verwechselt werden. Es war jedenfalls der jagdliche Ableger des M.-Schonauer Gewehrs, welches größere Berühmtheit erlangte.

Das fünf Patronen fassendes Magazin wurde von Otto Schönauer ( österreichische Waffenfabriksgesellschaft) konstruiert. Es ist ein Trommelmagazin aus Metall, worin die Patronen kreisförmig um den Drehpunkt der Trommel lagern. Allein dieses Magazin und die Tatsache, dass der Magazinschacht mit der Verschlußhülse aus einem Teil gefertigt ist, würden die Hersteller heute bei der Fertigung in Verlegenheit bringen und den Preis einer solchen Waffe in ziemlich hohe  Regionen treiben. Zur Entleerung des Magazins dient eine rechts oben an der Kammerhülse angebrachte Vorrichtung, mit der die Trommelhaltefeder ausgelöst wird. Durch Druck auf diese Vorrichtung werden die im Magazin befindlichen Patronen nach oben ausgeworfen.

Von Mannlicher konstruierte zu der 6,5 mm Militärpatrone auch eine zivile Patrone, die als 6,5 x 54 Mannlicher - Schönauer in kurzer Zeit weltberühmt wurde. Denn zusammen mit der Patrone wurde eine Jagdwaffe in dem genannten Kaliber herausgebracht, die als besonderes Merkmal über eine Vollschäftung verfügte, einen nur 46 cm langen Lauf hatte und - als damalige Innovation - zusammen mit einem Zielfernrohr und einer Montage angeboten wurde. So lernten viele Jäger der damaligen Zeit ihr erstes Zielfernrohr in Zusammenhang mit der 6,5x54 in einem M.-S. Stutzen kennen. Das kleine Geschoss mit der guten Querschnittsbelastung tötete bei präzisen Schüssen schnell und begründete damit den guten Ruf der Pantronen-/ Waffenkombination weltweit.

Weiter hatte dieses Mannlicher - Schönauer Gewehr den saubersten und weichsten Schlossgang, der je produziert worden war. Selbst hochwertigste Mausersysteme von edlen englischen Waffenschmieden, wie Rigby und Holland & Holland überarbeitet, hatten nicht - und haben nicht - diesen wunderbaren Schlossgang. Außergewöhnlich für die damalige Zeit war auch der Abzug mit deutschem Stecher, der in Kombination mit der kleinen rückstoßarmen Patrone ein sehr präzises Schießen ermöglichte.

Das Mannlicher Modell von 1903 gilt als eine der führigsten Waffen, die jemals hergestellt wurden. Mit diesem Gewehr wurde der Stutzen, also eine vollgeschäftete Waffe, in der Jägerschaft weltweit bekannt. In Amerika werden noch heute Schäfte, die bis zur Mündung reichen, allgemein als "Mannlicher Stock" bezeichnet. Der Stutzen mit dem „Butter Knife Bolt“ wurde zum Symbol.

Der Mannlicher Schönauer Stutzen gilt heute wegen seiner Führigkeit (Gewicht 3kg), praktischen Länge (97cm), wegen seiner ballistischen Qualitäten in Verbindung mit der 6,5x54 Patrone (vergleichweise geringer Rückstoß bei annehmbarer zielballistischer Leistung) als Urahn des modernen Scoutgewehrs. Viele berühmte Jäger benutzten und lobten es in ihren Berichten enthusiastisch: so z. B. Bell, Stigand, Percival und auch Hemingway. Das lange 10,4 Gramm (160grain) schwere Geschoss der 6,5x54 hatte in der Vollmantelversion eine ausreichende Durchschlagskraft, sowohl bei Blattschüssen auf Büffel als auch für von Bell praktizierten Brainshots auf Elefanten.

Bell of Africa beschrieb Erlebnisse seiner Elefanenjagden vor dem ersten Weltkrieg:“...I found a nice little herd of bulls (Elefanten), several of wich I killed with the brain shot. I was using at that time a very light and sweet working .256 Mannlicher Schoenauer carabine weighing only 5 ¼ pounds. With this tiny little and beautiful weapon I had extraordinary luck, and I should have continued to use it in preference to my other rifles had not its Austrian ammunition developed the serious fault of splitting at the neck...The best of it was the uge herds were making so much noise themselves that only a few of them could hear the report of the smallbore....“

Anmerkung: Das anfängliche Problem mit den Hülsenreißern mit nachfolgender Blockierung des Verschlusses wurde erst um 1920 behoben.


Mit den Teilmantelgeschossen war die Waffe als Meatgetter auf kleineres Wild bis zum Kudu oder Gnu gut einsetzbar. Bis zum 2. Weltkrieg war der Mannlicher – Schönauer Stutzen in 6,5x54 die am meisten geführte Smallbore Waffe auf dem afrikanischen Kontinent. Ihr legendärer Ruf führte auch zu den teilweise durch die Jagdliteratur bekannt gewordenen Übertreibungen, als Jäger versuchten, diese Patrone-/Waffenkombination in Frontalsituationen auf gefährliches Großwild einzusetzen.

Nach dem erfolgreichen 6,5x54 Stutzen von 1903 folgten in den nächsten Jahren die Modelle mit 50cm langem Lauf für die Patronen 8x56 M.-S. (1908) , 9x56 M.-S.(1905) und 9,5x57 M.-S. (1910). In den 30er Jahren wurden der Reihe nach die sog. M.- Sch. Hochrasanzstutzen mit einem 60cm langen Lauf und Halbschäftung (!) für die Patronen 7x57, 7x64, .30-06, 8x60, 9,3x62 sowie 10,75x68 herausgebracht.

Nach dem 2. Weltkrieg nahm die Fa. Steyr - Daimler - Puch die Produktion des Mannlicher - Schönauers 1950 und 1952 die Herstellung unter den Modellbezeichnungen GK, NO, MC, MCA wieder auf. Mit einem etwas (geringfügig) modifizierten System (die Öffnungskurve wurde vom Gehäuse auf den Lauf verlegt und bis zum Ende der Produktion - 1972 - wurden noch 2 Varianten einer zusätzlichen Schiebesicherung (erst seitlich, dann auf dem Kolbenhals) ausgeführt, auch verschwand beim GK Modell die Rampe für den Ladeclip, der beim Modell 1950 zunächst noch vorhanden war.)

Die Kaliberauswahl wurde modernisiert und erweitert. (.243 Win, 6,5x54, 6,5x57, 6,5x68, 7x57, 7x64, 8x57IS, 9,3x62; 8x60, 8x68s; .257 Roberts, .308 .30-06, .270 Win und .458 Win ).

Gefertigt wurden halbgeschäftete Büchsen mit 60cm langen Läufen. Die Stutzen mit der legendären 6,5x54er Patrone hatten 45cm lange Läufe. Bei den Kalibern 8x60 und 9,3x62 betrug die Lauflänge der Stutzen 60cm und 50,8cm in den übrigen Kalibern. Die Büchse MC mit Monte Carlo Schaft verfügte über Lauflängen von 56cm.

Als Extras wurden ein längerer 65cm Lauf für die Büchse, als besonderes Laufmaterial Böhler Antinit Stahl, ein Maßschaft, Wurzelmaserholz und ausgesuchte Läufe mit ausgesuchter Schussleistung angeboten. Die Kaliber 6,5x68 und 8x68 waren als Extras ebenfalls aufpreispflichtig.

Der mir vorliegende Frankonia Katalog von 1963 präsentiert die Waffen folgendermaßen:
Mannlicher - Schönauer Repetierbüchse Modell 1952
Kaliber: 6,5x57, 6,5x68, 7x57, 7x64, 8x57IS, 8x60 Mag., 8x68S, sowie .243 Win., .270 Win., .30-06 Sprinf., .308 und .458 Winch.
Lauf: aus Gewehrlauf-Spezialstahl, 60cm lang. Bei 6,5x68 und 8x68S (Mehrpreis) nur 65cm lang.
System: Mannlicher Schönauer System, mit Trommelmagazin für 5 Kugelpatronen. Kammergriff nach hinten ausgebogen (6,5x68 und 8x68 nur mit geradem Kammergriff)
Rechts(!) neben der hinteren Hülsenbrücke liegt eine zusätzliche Schiebesicherung. Ohne oder mit Doppelstecher
Schaft aus gutem Nussbaumholz mit Pistolengriffkäppchen, Fischhaut und Backe.
Garnitur: hochglänzend und tiefschwarz brüniert.
Gewicht: ca. 3,3kg bis 3,7kg, je nach Kaliber
Preis 710,00 DM

Mannlicher Schönauer Repetierstutzen Modell 1952
Kaliber u. Lauf: Lauf aus Gewehrlauf-Spezialstahl, im Kaliber 6,5x54 M.-S., 45cm lang, in den Kalibern 6,5x57, 7x57, 7x64, 8x57IS, .243 Winchester, .270 Winchester, und .30-06 Springfield 50,8cm lang; in den Kalibern 8x60 Magnum und 9,3x62 60cm lang
System und Garnitur tiefschwarz brüniert und poliert.
Schaft: aus Nussbaumholz bis zur Mündung geschäftet, mit Pistolengriffkäppchen, Fischhaut und Backe.
Gewicht etwa 3,2kg bis 3,6kg, je nach Kaliber
Preis 710,00 DM

Mehrpreise
Lauf 65cm lang 43,00DM
Lauf aus Böhler Antinit NG 90,50DM
Kaliber 8x68, 6,5x68 127,00DM
Kaliber .458 Winchester nur bei Modell 1956 400,00DM
Schaft aus feinem Wurzelmaserholz 140,00DM
Schaft aus Körpermaßen und Wünschen 63,00DM
Außergewöhnliche Schussleistung 40,50DM

Im Katalog der Frankonia von 1971/72 ist das Angebot erheblich reduziert:

Noch angeboten werden 1971/72 lediglich die Büchse Modell 1952 GK in den Kalibern 7x57 und 7x64 mit 60cm Lauf und der Stutzen in diesen beiden Kalibern mit einem 50,8cm Lauf. Der Preis für diese Waffen betrug einheitlich 1025 DM. Das gleiche Geld musste man damals ungefähr für eine Mauser 66 in einer besseren Version ausgeben. Im Frankonia Katalog des nächsten Jahres 1972/73 war der Mannlicher Schönauer GK bereits nicht mehr vertreten. Als Nachfolger wurde die Mannlicher-Schönauer Repetierbüchse M 72 vorgestellt.



Bei den Mannlicher – Schönauer Gewehren liegt der Lauf am Schaft an, dies sowohl beim Stutzen als auch bei der Halbschaftversion. Dennoch haben diese Waffen auch ohne Systembettung eine hervorragende Schussleistung, was zu modernen Ansichten eigentlich ein Widerspruch zu sein scheint. Dies liegt zum einen an der Qualität der Läufe zum anderen und an der ausgezeichneten Schäftungsarbeit. Die Schäfte der M. S. Büchsen waren immer sehr leicht und schlank gehalten. Führigkeit war die Prämisse. Das scheint sich erst ab 1952 geringfügig (!) geändert zu haben. Angeregt durch den amerikanischen Vertrieb wurde ab dieser Zeit ein massiverer Schaft gefertigt. Das vordere Ende bekam einen gerundeten Rosenholzabschluss und er Schaft hat insgesamt etwas mehr Material. Diese Änderung war durch die Erweiterung der Kaliberpalette notwendig geworden.


Die Normalschäfte haben für heutige Verhältnisse eine ziemlich starke Senkung, mit der Folge, dass bei der Visierung über das Zielfernrohr das Gesicht des Schützen kaum Auflage auf dem Schaft hat. In der Folge kann es sein, dass die Waffe im Schuss unruhig liegt und verrissen wird. In diesem Fall kann man sich mit einer Belederung als Schafterhöhung behelfen oder auch eine Neuschäftung vornehmen lassen. Im letzten Fall muss jedoch ein erfahrener und gewissenhafter Schäfter beauftragt werden.


Wer Mannlicher - Schönauer  mit neuen Läufen in anderen Kalibern ausstatten will, muss beachten, dass die älteren Gewehre eine eigene Gewindenorm hatten.

Erforderlich ist bei einem Kaliberwechsel u. U. ebenfalls eine Änderung des Trommelmagzines, da dieses genauestens für das jeweilige Kaliber eingerichtet ist. Etwas Aufwand entsteht auch, wenn ein neues Glas montiert werden soll. Denn die alte Montage muss meist ebenfalls ersetzt werden. Die Firma Ziegler Präzisionsteile GmbH fertigt neuerdings Einhakmontagen, die optisch der alten SEM Montage gleichen, technisch aber gegenüber der alten handgefeilten Konstruktion erhebliche Vorteile haben: Sie werden in Serie industriell endgefertigt , benötigen keinerlei manuelle Passarbeiten und sind aufgrund neuer Hakenkonstruktion und des verwendeten Materials weitestgehend abnutzungsresistent. Dabei kosten die ZP Einhakmontagen nur wenig mehr als  originale Schwenkmontagen. Es bleibt zu hoffen, dass bald auch eine Dreifußversion dieses Herstellers für den Mannlicher Schönauer  und Mauser Gewehre mit offener Hülsenbrücke zur Verfügung steht.  Dann muss man an solch  schönen Büchsen hinsichtlich  der Montage keinen  Stilbruch begehen  und sich   im äußeren Erscheinungsbild vom Original entfernen.

Einen gebrauchten Mannlicher Schönauer (500€ - 1600 € - je nach Ausführung und Zustand) kann man getrost erwerben. In der Mehrzahl wird es sich dabei um eines der GK Modelle  handeln.  Aber Vorsicht, wer sich nicht auskennt,  zahlt drauf und erwirbt eine teure Baustelle.   Meist will man nach dem Kauf einen M. S. mit eine modernen Optik  ausstatten  bzw. die alte Montage, die oft noch mit Support und für Durchsicht auf  die offene Visierung  ausgestattet ist , niedriger bauen. Deshalb sollte man keine Waffe kaufen, bei der die Basis für den vorderen Fuß der Zielfernrohrmontage in die vordere Hülsenbrücke eingepasst worden ist. Das ist nicht nur eine Verunstaltung des Systems - es wurde dadurch auch die Hülse oft unakzeptabel geschwächt und ggf. sogar das Laufgewinde beschädigt. Waffen die deshalb die ZF Basis auf der forderen Hülsenbrücke haben, finden vor den Beschussbedingungen keinen Gnade mehr und ihr ursprünglicher Beschuss ist ungültig! 
Um diesen Zustand zu korrigieren, muss der Büchsenmacher bei einer Neumontage einer modernen Optik die vordere alte Basis in der Hülse verschweißen und die Hülsenoberfläche neu formen. Vorher muss jedoch der Lauf herausgedreht und  ggf. dessen Gewinde nachgeschnitten werden. bevor er wieder eingesetzt werden kann, bzw. ausgetauscht wird.  Danach ist ein Instandsetzungsbeschuss durchzuführen. Das Verschweißen ist immer mit einer thermischen Belastung für das System verbunden und nicht ganz ohne Risiko. in jedem Fall bedeutet die  beschriebene Prozedur zeitlichen Aufwand, der bezahlt sein muss. Eine Gebrauchtwaffe mit einer eingeschlagenen Basis für die ZF Montage in der vorderen Hülsenbrücke ist also von wesentlich geringerem Wert. Davon nicht betroffen sind  die Waffen, die die Aufnahme für den vorderen Fuß des Zielfernrohres in einem aufgelöteten Sattel auf der vorderen Hülsenbrücke haben.

Man muss sich vor dem Kauf darüber klar sein, ob man die Waffe im original Zustand benutzen will, oder modernisieren möchte (neue Optik, neuer Lauf, neuer Schaft, Einabzug). Eine solche Modernisierung kostet gleich ordentliches Geld. Aber dafür hat man dann später auch eine wunderschöne Jagdbüchse, die etwas Authentisches, Besonderes ist und so nicht von jedem Jäger geführt wird.

Meiner Erfahrungen mit den M.-S. Büchsen im Originalzustand sind durchweg sehr gut. Fürs Erste reichen mir die alten Zielfernrohre aus den meist 50er Jahren, die - wenn ordentlich gereinigt und funktionsfähig - zum Jagen durchaus reichen. Den Schaft erhöhe ich mit einem Lederaufsatz (erhältlich über AKAH Kind).


In Deutschland beschäftigt sich Waffen Kessler in einer besonders gelungenen Weise mit dem Mannlicher Schönauer: Ihm ist es geglückt den M.-S. in einer noch flacheren Bauweise herauszubringen, welche er durch eine Modifizierung des Magazins erreicht., ähnlich wie er es auch schon bei seinen 98er Modellen  erfolgreich umgesetzt hat. Die ersten Bilder davon haben mich sehr positiv beeindruckt und ich werde mich gerne mehr damit beschäftigen. Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken trägt, eines dieser schönen Jagdrepetierer jagdlich zu führen, dem sei eine Neuwaffe den vorstehend genannten Bezugsquellen empfohlen. Denn genn gegenüber manchen gebrauchten Modellen  vermeidet man evtl. technische Probleme und hat man gleichzeitig die Vorzüge einer moderneren Schäftung. Die Preise sind zugegeben höher, aber dafür erhält man auch ein erstklassiges Werkzeug aus handwerklicher Fertigung, welches die heutigen Konstruktionen eher als "Tütensuppe" aussehen lässt.       

Den vorstehenden kleinen Bericht habe ich relativ spontan zusammengetragen und es haben sich bestimmt auch Fehler eingeschlichen. Es soll aber auch nicht das Ende sein und ich würde auch noch gerne Ergänzungen an den Fakten über die einzelnen Modellvarianten vornehmen. Wer also etwas beizutragen hat, ist sehr willkommen mir eine Mail zu schicken an info@flintenschuetze.de. Ich werde dann gerne die Information hier weitergeben. Wer Fotos - oder vielleicht eine Bedienungsanleitung - hat kann sie ebenfalls gerne mailen.

 
   
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