Der Flintenschuetze

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Krieghoff

Krieghoff Doppelbüchse Classic und Classic Big Five

Die Verwendung der Krieghoff Doppelbüchse Classic und Classic Big Five (rev. 01.01.2006)

Die klassische Doppelbüchse ist eher ein Waffentypus des angelsächsischen Jagdwaffenbaus für die Auslandsjagd. Sie gilt schon wegen ihres Preises als Luxus – bzw. Herrenwaffe. Viele Jäger meinen zusätzlich, ihr Einsatzzweck sei zu begrenzt und dafür dann zu teuer. Nach ihrem ursprünglichen Einsatzzweck ist die Doppelbüchse ein Stopper für die kurze Distanz auf annehmendes (Groß)Wild. Sie wird dabei klassisch ohne Visierung geschossen. Erwirbt man heute einen solchen Stopper, wird man ihn wohl am häufigsten im Kaliber .470N.E. oder auch 500N.E. mit festverlöteten Läufen beschaffen und die Bejagung von Großwild, vornehmlich Big Five, im Auge haben. Gerade in dieser klassischen Anwendung ist die Krieghoff Doppelbüchse in der Version Classic Big Five auf dem Markt eine höchst interessante Alternative zu den etablierten englischen Anbietern. Denn Krieghoff offeriert in der Standardausführung zu einem Bruchteil von deren englischen Preisen, eine in Serie funktionell auf ebenbürtigem Niveau sauber verarbeitete Stahlwaffe in den oben angeführten Kalibern für Großwild mit einer ausgezeichneten Schussleistung. Ist die Krieghoff Doppelbüchse also preisgünstig? Im Vergleich zu den englischen Preisen auf jeden Fall und sie ist zu ihrem Preis nahezu alternativlos im Bereich ab Kaliber 40 . Wer jedoch eine doppelläufige Kugelwaffe bis 9,3mm sucht, kann Günstigeres finden: z. B. die soliden Waffen von Zoli mit Spannschieber oder das bewährte Finnclassic 512 System in konventionellerer Bauweise. Allerdings ist auch um die Classic Big Five Doppelbüchse herum ein Universalwaffensystem entstanden, welches so vielseitig ist, dass sich eine nähere Beschäftigung mit ihm lohnt und die Waffe auch für den hiesigen Jäger interessant macht. Dann jedoch auf einem im funktionellen Vergleich gehobenen Preisniveau.

 


 


Technische Besonderheiten
Zunächst verfügen die Krieghoff Classic Doppelbüchsen konstruktiv über einige Vorteile gegenüber der Doppelbüchse in klassischer Bauart: Sie ist mit einem Handspannsystem, über welches ihre 2 Schlosse gespannt werden, ausgerüstet. So kann sie tatsächlich gefahrlos entspannt - aber geladen - geführt werden. Ein unbestreitbarer Gebrauchsvorteil, der Stress nimmt. Die Handspannung gilt als genereller Sicherheitsvorteil. Allerdings erfordert ein reibungsloser Umgang damit auch einiges an Training, damit die Waffe im Ernstfall beherrscht wird. So ist zu beachten, dass bei plötzlich auftretendem Wild vor Aufregung, Überraschung oder Jagdfieber nicht vergessen werden darf, die Waffe mittels Handspannung vor der beabsichtigten Schussabgabe überhaupt zu spannen. Auch für den Spannvorgang selbst benötigt man etwas Routine, da -bedingt durch das 2 Schloss System - schon ein gewisser Kraftaufwand notwendig ist, um die Waffe zu spannen. Dies gilt auch für das Entspannen. Im Fall der Krieghoff Doppelbüchse wünscht man sich für den Daumen etwas mehr Auflagefläche am Spannschieber. Ein weiterer Vorteil der Classic Doppelbüchsen ist die Verstellbarkeit der Laufmündungen bis hinauf zum Kaliber .375H&H. (nicht mit Thermostabil zu verwechseln!) Dadurch wird das Umlöten der Läufe bei Laborierungswechsel vermieden. Die größeren Stopper Kaliber hingegen werden auch bei Krieghoff festverlötet. Schaut man noch etwas genauer hin, stellt man fest, dass die Classic Basküle erstaunlich flach und schmal ausgeführt ist. Dies dient der Ergonomie im Schuss, da dadurch die vertikalen und horizontalen Auslenkkräfte verringert werden. Die Auflagefläche der Läufe auf dem System ist zum Vergleich zu älternen Konstruktionen relativ kurz gehalten. Dies ist bei den heutigen Stählen kein Nachteil und spart Gewicht.

Die Universalwaffe
Krieghoff beschreitet mit seiner Doppelbüchse das Terrain Universalwaffe und ordnet sie damit der Gattung der kombinierten Waffen in kontinentaleuropäischer Tradition zu. Dies führt zu einer erheblichen Erweiterung ihres ursprünglichen Anwendungsbereichs und wird durch das vorhandene Angebot von Wechselläufen (Büchsflinte, Doppelflinte) deutlich gemacht. Die o.a. Verstellmöglichkeit der Läufe kommt dabei natürlich auch dem Büchsflintenlauf zugute. Die Afrika Waffe, mit Kalibern ab .375, hat die Bezeichnung Big Five. Die Big Five verfügt über ein Stahlabzugsblech, Stahlabzugsbügel und Flintenabzüge ohne Stecher. Der vordere Abzug ist als Ausweichabzug ausgelegt. Im Hinterschaft befindet sich ein kaliberabhängiges Ausgleichsgewicht. Für die europäischen Jagdverhältnisse hingegen wird die Version Classic angeboten. Letztere um etwa 1000 Gramm leichtere Variante ist für die hiesige Kombination aus Ansitz und Drückjagd mit einem Rückstecher ausgestattet (zusätzliche Optionen: 2. Rückstecher, Entstechautomatik, Einabzug, der aber nicht mit Entstechautomatik geordert werden kann) und wird bis zum Kaliber 9,3 x74R gefertigt. Die Classic ist somit auch für einen Jungjäger geeignet, der sie zunächst z. B. in der Büchsflintenversion erwirbt und später bei Bedarf 20er Flinte oder Doppelbüchse nachrüsten kann.

Damit stehen:

(1) eine für die afrikanische Jagd geeignete Doppelbüchse mit Flintenabzug und den Ausbaumöglichkeiten (Doppelflintenläufe, Büchsflinte,) als Set für den Auslandsjäger

(2) ein klassisches europäisches Kombinationswaffensystem (Doppelbüchse, Büchsflinte, Doppelflinte) mit Stecher zur Verfügung. Letzteres ist natürlich auch eine hervorragende Reisewaffe, die jederzeit mit den Wechselläufen in einem Systemkoffer verstaut, unproblematisch transportiert werden kann.


Die europäische Classic in Afrika
Beachtenswert ist auch, dass für die Jagd in Afrika nicht unbedingt nur die Classic Big Five in Frage kommt. Der gelegentlich nach Afrika reisende Jäger, der auf Großantilopen jagt, und hierzu eine Doppelbüchse führen will, benötigt nicht unbedingt eine erheblich teurere Big Five Ausführung. Die benötigt er erst, wenn er eben auf die Big Five jagen will, also eine höhere Leistung benötigt und/oder die Gesetzgebung des Jagdlandes ein Mindestkaliber von 9,5mm vorschreibt. Ansonsten könnte er auch, wenn er mit der Schussentfernung etwas umsichtig ist, seine europäische Classic in 9,3 X74R führen. Hat also ein Jungjäger sich die Classic als Büchsflinte evtl. als 8X57R und Kal. 20 zugelegt. Erwirbt er, wenn er sich z. B. später für den Wechsellauf Doppelbüchse 9,3 X74R /9,3 X74R entscheidet, auch eine respektable Möglichkeit, damit auch auf afrikanisches Plainsgame jagen zu können. Dabei ist die mögliche Schussentfernung jedoch bis ca. 160m eingegrenzt. Weitere Schüsse dürften nur mit viel Erfahrung gelingen. Eine Erweiterung des Einsatzbereiches o.a. Kaliber auch aus der Doppelbüchse mag jedoch z. B. mit dem Kupferjagdgeschoß von Lutz Möller gelingen.

Die Classic Big Five in Europa
Auch ist es möglich die Big Five in Europa zu führen. Aber was ist anders als mit der europäischen Version? Zunächst ist die Big Five schwerer. Außerdem verfügt sie im Gegensatz zur Europaversion nicht über einen Stecher. Der Jäger, der in der Heimat die Big Five mit einem Büchsflintenwechsellauf einsetzt, muss also in diesem Fall mit dem Universalabzug und dessen Abzugsgewicht von 1000 – 1500 Gramm zurecht kommen. Mit etwas Übung ist das durchaus machbar. Es gibt aber einen Sonderfall, in dem die Big Five mit einem Stecher ausgeliefert werden kann. Dies ist das Kaliber .375. Allerdings sind dann größere Kaliber in Wechselläufen nicht mehr möglich.

Die Doppelbüchse mit Zielfernrohr?
Einen weiteren Schritt von der klassischen Nutzung der Doppelbüchse - als reinen Stopper - entfernt man sich, wenn man sie mit einem Zielfernrohr ausrüstet. Dies erscheint für die europäische Variante selbstverständlich. Niemand würde eine auch als Ansitzwaffe verwendbare Kombinierte, selbst in der Doppelbüchsvariante, ohne Zielfernrohr verwenden wollen. Wie steht es jedoch mit der Afrikavariante? Hier finden Kaliber ab .375, und größer (.470 N.E. .500/416 N.E.) Verwendung. Bietet sich auch hier die Verwendung eines Zielfernrohrs an? Letzteres wird im Hause Krieghoff ausdrücklich propagiert, weil man mit der Visiereinrichtung Zielfernrohr auch im Großkaliber für den weniger geübten oder sehschwächeren Schützen grundsätzlich eine höhere jagdliche Erfolgschance sieht. Außerdem bietet man mit den Kalibern .375 und 500/416 N.E. Patronen an, die gerade die Reichweite der Doppelbüchse vergrößern sollen. Ein Potential , was sich sinnvoll eben besonders mit Zielfernrohr nutzen lässt. Im Katalog hingegen liest man: Die spezielle Schaftform der Classic Big Five ist optimiert für das komfortable Schießen starker Kaliber über die offene Visierung. Um die Waffe zweckoptimiert nutzen zu können, lohnt sich eine genauere Betrachtung: Soll die Doppelbüchse als Stopper nur auf kurze Entfernung eingesetzt werden, benötigt man grds. kein Zielfernrohr, wenn man von der Sehkraft her mit einer offenen Visierung zurecht kommt. Andernfalls gibt es z.B. auch noch das Doctor Sight. Ohne ein globiges Zielfernrohr lässt sich die Waffe leichter laden und ist handlicher, was vorteilhaft sein kann. Ist die Waffe bei annehmenden Wild mit Zielfernrohr ausgestattet, hat man möglicherweise ein Problem bei der Zielerfassung, wenn Gesichtsfeld durch das Glas eingeengt ist und/oder die Schäftung nicht zum Glas passt. Durch das Abfeuern starker Patronen kommt es zu einer relativ starken Mündungsauslenkung und einem stärkeren Rückstoß. Ein Zielfernrohr bedeutet in dieser Situation immer auch ein Verletzungsrisiko für den Schützen, wenn die Waffe z. B. abrutscht. Die Doppelbüchse könnte jedoch als Universalwaffe in Afrika nicht nur als Stopper, sondern wie der Repetierer, auch auf der Pirsch zum Einsatz kommen. Hierzu zunächst eine kurze Betrachtung der Zweckmäßigkeit: Normalerweise handelt man sich mit der Benutzung einer Doppelbüchse auf der Pirsch ein höheres Gewicht im Vergleich zum Repetierer ein und kann möglicherweise nicht ganz so weit schießen. Trotzdem kann die Verwendung einer Doppelbüchse eine Überlegung wert sein, wenn man grundsätzlich eine Kipplaufwaffe für die Jagd und Reise bevorzugt und auf die Möglichkeit eines schnellen 2. Schusses Wert legt. Im Vergleich zum Repetierer sind die Unterschiede im Falle der Big Five hinsichtlich des Gewichtes gering. Besonders in den großen Kalibern ab .375 nähern sich die Gewichte von Repetierer mit Magnumsystemen und der Classic Big Five einander ziemlich an. Krieghoff gibt das Gewicht der Big Five mit 4,2 bis 4,8 kg an. Blaser z. B. nennt für seine R93 Safari ein Gewicht ab 4,4 kg (Gewichte jeweils ohne Zielfernrohre). Trotzdem empfindet man subjektiv die Doppelbüchse - wohl wegen ihrer Kompaktheit - als schwerer. Echte Gewichtsunterschiede zwischen Repetierer und Doppelbüchse kommen erst in den Kalibern 9,3x62 oder 8x68 zum tragen – also wenn man das Kaliber des Repetierers etwas reduziert, oder auch dann, wenn man den Großkaliberrepetierer bewusst leichter baut. Unabhängig vom Waffentyp: Großkaliberwaffen sollten möglichst mit einem sehr breiten Riemen geführt werden. Das Argument der geringeren Reichweite der DB im Vergleich zum Repetierer ist m.E. vernachlässigbar, weil auch die Doppelbüchse mit den Patronen .375 H&H oder .500/416 N.E. durchaus bis ca. 200yrds - 200m konkurrieren kann. In anderen Kalibern kann das KJG die Reichweite erhöhen. Mir persönlich wäre aber ein solcher Schuss mit beiden Waffentypen grundsätzlich zu weit. Er ist auch unnötig, wenn man bereit ist, das Wild zu Fuß anzupirschen und darauf verzichtet, den Pirschwagen bis zum Exzess zu benutzen. Es ist erstaunlich, wie nahe man dann an das Wild herankommen kann. Und hierin liegt für mich ein wesentlicher Reiz. Aber jedem das Seine. Echte Weitschussliebhaber bleiben auf den Repetierer verwiesen. Und die Präzision? Fakt 1: Ein Repetierer ist präziser. Fakt 2: jagdlich ist das erst auf weitere Entfernung von Bedeutung. Fakt3: Also ist es bedeutungslos, wenn man bereit ist, sich etwas einzuschränken. Bei welcher Entfernung auch immer: Wird die Doppelbüchse als Pirschwaffe z. B. im Ausland auf Großantilopen geführt, würde kaum jemand auf ein Zielfernrohr nicht verzichten wollen. Würde ich Büffel bejagen wollen, wäre mir mit Glas auch wohler. Technisch werden im Falle der Krieghoff Waffe und Zielfernrohr mittels Brückenschwenkmontage verbunden. Wobei die Montage des Glases auf der Brücke mittels Schienenprisma oder Ringen erfolgen kann, also Gläser mit und ohne Schiene verwendet werden können. Erfolgt jedoch die Montage eine Zielfernrohrs, ergibt sich ein ergonomisches Problem. Die Doppelbüchse – und so auch die Krieghoff - wird mit einem Schaft für das Schiessen über die offene Visierung ausgeliefert. Wird nun ein Zielfernrohr montiert, die Visierlinie also angehoben, ist die Büchse für einen sicheren Schuss auf ein möglicherweise bewegtes Ziel viel zu tief geschäftet. Insbesondere die Beherrschung eines schweren Kalibers wird dadurch erschwert. Der Schaft liegt an den Anschlagpunkten des Schützen, Wange und Schulter, einfach nicht genügend an, wenn der Schütze noch vernünftig durch das Glas sehen will. Er ist gezwungen den Kopf zu heben um noch durch das Glas sehen zu können. Dadurch wird die Verbindung Schütze / Waffe gelockert und besonders bei starken Kalibern bekommt die Waffe dadurch die Möglichkeit den Schützen zu schlagen. Die Folgen sind bekannt: Der Schütze bekommt dadurch Angst die Waffe abzufeuern, das berühmte Mucken stellt sich ein. Es wäre daher wünschenswert, dass Krieghoff einen speziellen Standardschaft für das ausschließliche Schießen mit Zielfernrohr anbieten würde. Oder noch besser: einen Springbacken Mechanismus als Sonderoption anbieten würde. Um die Schaftproblematik zu beseitigen, wurde bei der mir vorliegenden Waffe eine Neuschäftung, die nur für das Schießen mit Zielfernrohr dienen soll, vorgenommen. Der neue Schaft wurde im Gegensatz zum Fabrikschaft mit mehr Volumen belassen und verlängert. Dies soll ein unbeabsichtigtes Verkanten der Waffe und oder Abrutschen im Schuss verhindern. Die Auflagefläche hinten wurde, zwecks bessern Sitz an der Schulter und zur Verteilung des Rückstoßes, vergrößert. Als Schaftkappe wurde die Magnum Version des amerikanischen Herstellers Kick Eeze aus Soborthane, einem Material, was besonders stoßabfedernd wirkt, verwendet. Dies erspart dem Schützen einen unangenehmen Schlag auf die Schulter oder gar auf das Schlüsselbein. Der Schaftrücken, als Auflagefläche für die Wange des Schützen, wurde um ca. 25mm angehoben. Das im Orginalschaft vorhandene Zusatzgewicht, welches einer balancierten Gewichtsoptimierung dienen soll, wurde damit unnötig und nicht wieder montiert. Denn der neue Schaft hat ein sowieso größeres Gewicht als der Serienschaft. Auch das vorliegende Kaliber .375 H&H ließ diese Vorsichtsmaßnahme als überflüssig erscheinen. Bei größeren Kalibern ist eine Verwendung des Zusatzgewichts evtl. wieder zu erwägen. Mit einem so ausgeführten Schaft kann die Waffe jetzt mit geschlossenen Augen in Anschlag gebracht werden, sie sitzt auf Anhieb ohne Nachkorrektur richtig, und der Schütze hat sofort den richtigen Blick durch das Zielfernrohr.

Welches Zielfernrohr für die Doppelbüchse?
Bleibt nun noch die Frage nach dem Zielfernrohr selbst. Dies ist ein ewig leidenschaftliches Thema, an dem sich sofort die Gemüter erhitzen. Trotzdem wage ich eine Empfehlung, die den Leser möglicherweise zum Nachdenken anregt: Für den Ansitz in Europa empfehlen sich die neuen leichten 50er Gläser verschiedener Hersteller. Je leichter desto besser, da die Balance der Waffe dadurch besser wird. Für die Drückjagd empfiehlt sich ein 24er Drückjagdglas. Wer nicht 2 Gläser kaufen möchte, ist mit einem 1- 6 X 42er als Kompromiss für Ansitz und Drückjagd sehr gut bedient. Für Afrika reicht auf einer Doppelbüchse und den o. a. Schussentfernungen im Prinzip ein 24er Glas. Das bessere Sehfeld der kleineren 24er und der dadurch besseren Verwendbarkeit auf kurze Entfernung bei evtl. plötzlich auftretendem und gefährlichem Wild, steht andererseits das 42er als ein guter Kompromiss gegenüber mit gleichzeitig besserer Verwenbarkeit für weitere Entfernungen. Jeder sollte selbst abwägen, wo er seinen Schwerpunkt setzen möchte. Eher in den Nahbereich (24er) oder eher auf Entfernung (42er). Es lohnt allerdings, sich etwas damit zu beschäftigen, welchen Hersteller man montiertl, da der Markt auch hier eine große Auswahl bietet. Das 1,1 –4 x 24 Varipoint von Zeiss ist wegen seines Sehfeldes von 36m auf 100m interessant. Leider verfügt es nur über einen roten Punkt. Dieses Glas vermittelt bei 1,1 facher Vergrößerung fast das natürliche menschliche Sehfeld. In Verbindung mit dem Absehen 0 und einer angemessenen Schäftung ist mit diesem Glas eine instinktive Zielerfassung wie mit einem Leuchtpunktvisier möglich. Dies allerdings mit dem Vorteil des besseren Sehens durch die Optik. Sollte ein Jagdgast in die Situation kommen, seine Doppelbüchse auf annehmendes Wild als Stopper einsetzen zu müssen (normal ist eher der Berufsjäger in dieser Situation) hat er mit dieser Optik bei angepasster Schäftung eine gute Chance, die Situation zu bewältigen, evtl. eine bessere Chance als über die offene Visierung. Der rote Punkt kann während eines Jagdtages getrost eingeschaltet bleiben. Schaltet man ihn jeweils bei Rückkehr ins Camp aus, wird die Batterie trotzdem eine ganze Jagdreise lang halten. Es empfiehlt sich dennoch das Mitführen von 1-2 Ersatzbatterien für alle Fälle. Puristen sollten sich das 1,5-5x20 Vari – VX III von Leupold genauer anschauen. Es ist leichter, kleiner und billiger als das Zeiss Glas. Verfügt aber auch über eine sehr gute Optik und hat mit 11,5 cm einen größeren Augenabstand. Allerdings ist das Sehfeld auf 100m mit 23,5m erheblich kleiner. Neue Maßstäbe setzt die CSX und CBX Baureihen von Kahles: bei einer Vergrößerung von 1,1 bietet das 24er Glas ein Sehfeld von 40m und das 42er Glas hat ein Sehfeld von 27m bei 1,6facher Vergrößerung. Die optische Leistung und die Verarbeitung von Kahles ist auf höchstem Niveau - Preis / Leistung sind dabei recht gut. Natürlich gibt es auch noch andere gute Zielfernrohrhersteller. Hier ist besonders Schmidt&Bender zu nennen. Dieser Hersteller hat mit den neuen Flash Dot Absehen erhebliche Verbesserungen gegenüber früheren Baureihen eingeführt. Die Leuchtpunkte werden jetzt nur im eingeschalteten Zustand eingespiegelt und so wird nichts mehr verdeckt. Auch werden jetzt feinere Absehen geliefert. In Kombination mit dem Flashdot hat man so ein gutes Glas für die Tagjagd auf weite Entfernungen und ein Nachtglas in einem Gerät.

 
   
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