Der Flintenschuetze

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Beretta

 Der  große internationale Name der Jagdwaffenbranche Ich habe 2007 mit diesem Artikel begonnen. Zwischenzeitlich ist natürlich über Neuerungen zu berichten gewesen. Diese sind eher am Ende der Ausführungen zu finden. 

Beretta ist  der größte Name in der internationallen Jagdwaffenbranche und mittlerweile eine Institution. Immerhin ist man seit dem 16. Jahrhundert im Geschäft. Und es gibt sie immer noch: den Namen Beretta und die Firma, die mittlerweile zu einem international agierenden Konzern aufgestiegen sind. Beretta gilt als der älteste Industriekonzern der Welt. In den letzten Jahren hat Beretta einige Firmenzukäufe getätigt und ist nun besser auf dem Markt platziert als je zuvor. Zur Firmengruppe gehört z. B. auch der Reptierbüchsenhersteller SAKO. Das finnische Unternehmen verkaufte 2006 über die Beretta Vertriebswege 65000 Repetiergewehre. Auch Benelli gehört zu Beretta. Bei Benelli allen werden jährlich ca. 170000 Gewehre gefertigt.



Für Flintenschützen ist die Marke Beretta ein Eldorado. Das Angebot ist groß - von der Billigflinte bis zur Luxuswaffe hat Beretta alles im Angebot. - Semiautomatikflinten, Doppelflinten, Bockflinten - Monoblock - Demiblock, Seitenschlosse. Beretta hat alles.

Viele internationale Titel wurden - und werden - mit Sportflinten von Beretta errungen. Eine Aufstellung findet sich hier.

Das Rückrad der Produktpalette unter den Wettkampf- und Jagdflinten sind die Modellreihen 682/686/687. Diese Waffen schießen viele aktive Schützen – selbst auf internationalem Niveau. Die typische 680er Berettabasküle der Baureihen 682/687/686 ist die meist verbaute Flintenbasküle weltweit. Technisch sind die 680er Beretta Flinten absolut problemlos - technische Defekte - auch bei extensiver Benutzung - selten.  Das Verarbeitungsnivau ist auch bei den einfacheren Serienmodellen tadellos. Gerade Schützen, die auf ihr  Buget achten müssen, kommen kaum an diesen Beretta Produkten vorbei. 

Das Arbeitspferd der Sportschützen ist das Model 682 Gold E.  Das Design der aktuellen 682 Gold E ist etwas futuristisch, aber schon das Kaliber 12/76 deutet an, dass diese Flinte durchaus auch jagdlich  eingesetzt werden kann. Die 682 ist geringführig schwerer als die jagdlichen Modelle der 687/686 Serien, ist aber grundsätzlich perfekt balancierbar -  und fühlt sich damit  subjektiv sogar etwas leichter an, als die "jagdlichen " Sporting Modelle (z.B. Silver Pigeon III oder V, die keine ventilierten Mittelschienen haben).   Die 682 verfügt immer über Optimachokes. und eine halbierte ventilierte Laufmittelschiene.  Die Haltbarkeit ist durch die austauschbaren Flankenbacken erhöht. Die Balance wurde gerade durch die Kombination der Features  - halbierte Mittelschiene und Optima Choke Läufe erheblich verbessert. Insgesamt sind die so ausgestatteten Beretta Flinten der 680er Baureihen damit deutlich führiger geworden. Erst 2013 ist das Modell durch den Nachfolger 692 abgelöst worden.


Bei den 686 und 687 Baureihen gibt es neben den  sportlichen Versionen aber auch speziell jagdlich ausgerichtete Typen. Deren Kennzeichnung ist eine nicht ventilierte Mittelschiene und eine schmale (6mm)  Laufschiene. Diese Flinten haben weltweit eine sehr große Verbreitung gefunden. Es gibt sie in ettlichen Variationen von unter 2000 Euro bis über 10000 Euro. Und - angepasst in den jeweiligen Baskülengrößen für die Kaliber 12/20/28. Diese Waffen gelten als Maßstab an Zuverlässigkeit und sind jagdlich praktisch und funktionell. 

Die jagdliche Standardlaufkonfiguration für Kaliber 12 ist dabei die normale Laufinnenkontour (.722") mit 70er Patronenlager  und schmaler 6mm Schiene. Zusätzlich sind aber für das Kaliber 12 ab den SP2 Modellen auch die neuen Optima Choke Konfiguarationen erhältlich: mit .732" Innendurchmesser, langen Chokes und 76 Lager. Die Abbildungen unten zeigen eine 687 EELL Sporting. Eine sehr elegante  Flinte mit Seitenplatten, feiner Gravur und hochwertigem Maserholz - sowie vielen technischen Rafinessen - z. B. Optimachokes, verstellbarem Abzug für Rechts- und Linkshänder und austauschbaren Flankenbacken. 

Sehr gut beraten ist man als Jäger neben  Kaliber 12 Flinten auch mit den Beretta Flinten in den Kalibern 20 und 28 auf 680er  Basküle.  Mein persönlicher Tip wäre eine SP3 oder SP2 im Kaliber 20/76 und 76cm Lauflänge. Wer so was mal geschossen hat, ist überzeugt. Für viele weibliche Schützen eignen sich die 20er Flintenmodelle  mit der Lauflänge 71cm.  In den meisten Fällen lassen sich die Standardschäfte gut an die Schützen anpassen und entsprechend nachbalancieren.
Gravur mit Seitenplatten (rechts)


 


 
Gravur mit Seitenplatten (links)



Basküle unten



Das gehobene Produkt für den ambitionierten, auf besonderen Schießkomfort im Kaliber 12  bedachten Schützen ist die Beretta  DT 10 Flinte. Bei uns weniger beachtet - aber trotzdem die Top Großserien Flinte in der 6000-12000 Euro Klasse mit der m. E. besten Ergonomie  und Schussleistung. Sie gehört zu Berettas Premium Grade Waffen und wird in der Beretta Fabrik Nr. 2 in Brescia gefertigt. - Eine Art Custom Shop, den der Hersteller für die Produktion seiner exklusivsten Waffen unterhält. Dabei ist die DT 10 i gar nicht so exklusiv, gilt aber in Deutschland - wo haupsächlich Flinten bis 2500 Euro nachgefragt werden -  schon als hochpreisig. 

Ich meine, die DT 10 ist jeden Euro wert - und das schon in der Standardvariante. Sie bietet für einen engagierten Schützen eine ultimative Antwort.  Die DT 10 gibt es in den verschiedensten Ausstattungsausführungen Trident Standard, Trident L und in EELL Ausführung - Letztere dann mit Seitenplatten. 

Sie ist die Flinte für Schützen mit einem gehobeneren Anforderungen - eine besondere Waffe - ein Meilenstein von hoher Qualität und Stabilität - an deren eleganten Gesamtlinie man sich einfach nicht satt sehen kann - auch wenn die Formen gegenüber dem Vorgänger ASE 90 zugunsten einer einfacheren Produktion etwas "begradigt" wurden.  Dafür schießt sich die DT 10 eindeutig angenehmer als das Vorgängermodell ASE 90, der von Liebhabern des Waffenbaus gelegentlich nachgetrauert wird.  Dies liegt unter anderem  an der Dämpfung des Aufnahmegewindes für die Schaftbefestigungsschraube. Schießtechnisch kommt die DT10 eindeutig vor der ASE 90.


 




Für einen engagierten Schützen ist sie das richtige Arbeitsgerät.



In den Luxusausführungen ist die DT10 wertig und schön. DT 10 Flinten werden immer mit einer gehobenen Holzqualität ausgeliefert. Diese steigert sich noch in den Luxus und EELL Varianten. Noch  exklusivere Sonderhölzer gibt es auf Wunsch gegen Aufpreis.






In den Varianten Trident L und EELL wirkt die Flinte sehr elegant.





Die DT10 gibt es seit dem Jahr 2000 und ist somit 2008 keine Neuheit mehr - sie ist ausgereift und Berettas aktuelle Antwort auf Perazzis MX8 Baureihe. Die DT 10 hat sich als Wettkampfwaffe weltweit etabliert und wurde mehrfach auch in internationalen Magazinen besprochen. Sie verfügt über eine herausnehmbare Schlossgruppe - DT steht für detachable Trigger - , die Flinte ist im Gegensatz zur Perazzi MX 8 nicht ganz so individualisierbar, bietet aber alles was ein engagierter Schütze normalerweise braucht. Als Besonderheit seien noch der ergonomische Verschlusshebel und die Querriegelkonstruktion des Verschlusses erwähnt. Die Basküle ist mit 65mm superflach und eine der solidesten Konstruktionen des Marktes. Das Verhalten der DT10 im Schuss ist äußerst (!) angenehm und ruhig. Sie bietet m. E. dem Schützen im Schuss den zur Zeit höchsten Komfort im Kaliber 12. Ich kenne keine Flinte in dieser Preisklasse, bei der die Rückstoßabsorbierung besser gelungen wäre. Es gibt drei verschiedene Abzüge: Abzug gerade, rechts oder links geneigt.

Die Beretta DT 10 Flinte verfügt über eine fantastische Balance, Top Deuteigenschaften, ein sehr angehmes Schwingverhalten und produziert regelmäßig - dank der besonderen Laufkontour (Optimachokes - .732") - super Trefferbilder. Eine ultimative "Schießmaschine" und Wettkampfflinte. Aber natürlich kann man mit ihr auch mal auf die Jagd gehen. Wer regelmäßig viel schießt und als ambitionierter Schütze eine Flinte fürs Leben sucht – die DT10 wäre sicherlich eine besonders gute Partnerin. Es gibt die Ausführungen Trap, Skeet und Sporting. Verschiedene Lauflängen (71cm/76cm/81cm), Schienenkonfigurationen und Laufgewichte sind möglich. Als Zubehör sind auch mündungsbündige Chokes erhältlich. Wer sich so eine Waffe kauft, sollte das möglichst nicht ungeprüft von der Stange tun. Probeschießen und Schaftermittlung  im Werk sollten mit dazu gehören um das wahre Potential dieser wunderbaren Flinte auch persönlich voll ausschöpfen zu können. Im Jahr 2010 gab  es zu IWA ein Modell Beretta DT10 Anniversary. Ein sicheres Indiz für ein Nachfolgemodell.  Die Beretta DT11 ist  mittlerweile bereits angekündigt. Ihre offizielle Vorstellung wird im November 2011 in Zypern sein - womit die Beretta DT11 auch im Handel verfügbar wird.

 

Beretta DT11

Beretta DT11

Beretta DT11

Allerdings dürfte zunächst die Trap Version verfügbar werden. Sporting und Skeet dürften erst  im Frühjahr 2012 nach und  nach folge. Auch wird es zunächst  nur die Standardversionen geben. L und EELL Modelle werden noch auf sich warten lassen. DT10 Modelle sind  nicht mehr  orderbar. 

Laut Werbetext soll die neue Beretta DT 11 nahtlos an die internationalen Erfolge der Beretta DT 10 Trident anknüpfen. Neben dem modernen und attraktiven Design mit seidenmatten und hochglanzpolierten Flächen auf der stahlfarben vernickelten Basküle sollen die neuen Steelium-Pro Läufe dem Schützen echte Vorteile bringen: Durch das neu gerechnete Lauf- und Chokeprofil soll der Rückstoßimpuls und das Hochschlagen der Mündung noch mal deutlich reduziert sein. Dies würde natürlich eine bessere Kontrolle des Zielbilds ermöglichen  Die um 3 mm breitere Basküle erhofft man sich zusätzliche Masse im „Schwungzentrum“ und soll  ebenfalls die Schußeigenschaften dieser reinrassigen Wettbewerbsflinte verbessern. 
 
Steelium Pro – die besten Läufe der Welt?
Beretta postuliert: Komplett gehämmert mit extrem langem Konus für verzögerten Rückstoßimpuls und messbar höhere Schrotgeschwindigkeit. Eine weltweit einzigartige, neue Stahllegierung, im Hypervakuum veredelt! Damit dürfte Beretta die Optima Choke Innenlaufprofie aufgeben und auch die Beretta SO5 und  Beretta 682 Modelle mit dem neuen Laufinnenprofil ausstatten.  

Ich bin schon sehr  gespannt zu testen, was das letztlich alles wirklich bringt - und werde berichten. Schließlich habe ich die Möglichkeit eines direkten Vergleichs - Denn ich habe selbst eine DT10 Skeet und eine DT10 Sporting. Mich interessiert dabei auch, ob sich etwas beim Schwinungsverhalten geändert hat. Die DT10 benötigt - beispielsweise gegenüber einer Bosis Wild -  einen relativ kräftigen Anschub.  Ist die Beretta DT11 evtl. feinfühliger führbar? Ist es Beretta noch einmal gelungen - wie einst beim Modellwechsel von ASE zu DT10 - das Rückstoßverhalten tatsächlich nochmals zu minimieren und insgesamt die Schussergonomie zu verbessern? wie sieht es mit den Laufgewichten aus? Bekommen Trapschützen jetzt auch höhere Laufgewichte? Wird es einstellbare und höhere Schienenoptionen geben? 

Wie auch immer - Die Beretta DT10 bleibt auch mit Einführung einer DT11 eine Sportflinte auf hohem Niveau - will Beretta langjährige DT10 Schützen zum Umstieg veranlassen, muss eine DT 11 schon was bieten. Zumal der Preis der DT11 in der Einstiegsvariante um 300€ höher liegt als ehemals bei der DT10.


Die Giubileo Serie (Jubiläumsserie) ist eine exklusive Spitzenserie von Beretta. Sie wurde eignes als Premium Ware für die Galerien in New York, Dallas, Mailand, Paris, London und Buenos Aires aufgelegt. Damit soll ein gehobenes Publikum angesprochen werden, welches Wert auf ein edles Feeling legt, aber nicht unbedingt  sich mit den teuren technischen Raffiniertheiten einer traditionellen Best Gun Konstruktion einlassen will.  In dieser Serie verbindet Beretta deshalb den bewährt hohen Gebrauchswert  der 680er  Monoblockkonstruktion mit einer in der handwerklichen Ausführung gesteigerten Qualität.  So werden dabei nicht die Beretta Standardbaskülen verwendet, sondern die dafür erforderlichen Teile werden eigens für diese Serie hergestellt und in allen Teilen von Hand für perfekte die Passung und das Timing poliert. Dies erfordert gegenüber der "Normalware" einen ziemlichen Aufwand an zusätzlichen Arbeitsstunden. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. Waffen der Giubileo Serie kosten i. d. R. über 10000 Euro. Die Waffen Jubiläumsserie sind sehr geschmackvoll handgraviert und verfügen über ein SO Exhibition Grade V Wahlnussholz. 


Die Beretta Jubiläumsserie, die DT10 / DT11 und die SO Seitenschlossflinten spiegeln den Qualtitätsanspruch von Beretta auf besondere Weise wieder.

Die schon legendären SO5 - SO6 - SO10 Seitenschlossflinten bilden die absolute Spitze des Beretta Flintensegments. Beretta SO Seitenschlossflinten werden seit 1930er Jahren gebaut. Auch diese Flinten sind in Jagd- und Sportausführungen zu bekommen. Für Liebhaber von Seitenschlossflinten sind diese Waffen eine gute - aber auch kostspielige Wahl. Allerdings sollte man bedenken, dass eine gut verarbeitete Qualitäts - Bockflinte mit Seitenschlossen sonst kaum unter 40000 Dollar zu haben ist. Die SO5 von Beretta nimmt dehalb mit 24000 Euro eine strategisch günstige Position im Marktsegment ein. Bei der SO5 und SO6 handelt sich um Monoblockkonstruktionen, die kompromisslos auf permanente extensive Benutzung ausgelegt sind: - Schießen, Schießen, Schießen - . Hunderttausende von Patronen.

Die Entwicklung von den SO3, SO4 bis zur SO 5 betraf hauptsächlich die Reduzierung der Pins in den Seitenschlossen. Die neueren SO 5/6 sind somit wartungsfreier. Dabei ist die SO Reihe von Beretta kaum aufwendiger zu warten als die normalen Serienwaffen. Der Austausch von Ejektoren, Schlagfedern und Verschlussteilen ist denkbar einfach. Die Flinten der SO Reihe von Beretta gehören zu den markantesten Produkten auf dem Weltflintenmarkt und bieten mit den höchsten Gebrauchswert bei hoher Wertbeständigkeit. Wer z. B. Anfang der 90er Jahren eine SO5 erworben hat, kann diese heute - nach fast 20 Jahren Nutzung - zum Einstandspreis wieder verkaufen.
Die Waffen sind mit Doppelabzug, Einabzug und selektiven Einabzug zu bekommen. Wer auf besondere Robustheit Wert legt, sollte auf den selektiven (!) Einabzug verzichten , weil dieser aufgrund seiner Kompliziertheit die Schaft-Systemverbindung schwächt, was die Waffen dann zu Schaftbrüchen neigen lässt.

 






Als Kunde sollte man sich ruhig etwas länger mit der großen Produktpalette auseinandersetzen, damit man nicht in die falsche Nische des fast unübersehbar vielfältigen Angebots greift.

Als kleine Notiz am Rande: Beretta bietet - auf besondere Bestellung - auch aufeinander abgestimmte Flintenpaare an. Die Waffen werden in diesem Fall mit goldfarbenen Ziffern nummeriert. In L oder EELL Ausführung einer 682 /687 z. B. erhält der engagierte Jagdreisende so eine preislich im Rahmen bleibende, gut funktionierende Ausrüstung, die ihn noch dazu - auch optisch - gut angezogen aussehen lässt .  



Am 8. Oktober 2007 besuchten ich mit einigen Schützen und einem Mitarbeiter des Beretta Deutschland Vertriebs das Beretta Werk in Gardone.
Wir wollten den Betrieb besichtigen und uns DT 10 Flinten anpassen lassen.


 



Die Prozedur dazu ist schon beeindruckend: Nach Terminabsprache werden vor Ort die Maße ermittelt und man sucht sich sein Schaftholz aus. Nach wenigen Stunden kann man eine Testwaffe mit seinem persönlichen Schaft schon zur Probe schießen.



Gegebenenfalls wird noch mal nachgearbeitet und wiederum probiert. Dabei kann man dem Schäfter bei der Endbearbeitung zusehen.



Nach wenigen Stunden ist der Schaft fertig. Und passt wirklich wie angegossen.  Wohlgemerkt - der Schaft ist dann angepasst - es ist nicht die Waffe fertig. Dies braucht erheblich mehr Geduld und mehrere Monate Wartezeit.

 



Aufgrund der oben geschilderten besonderen Eigenschaften einer Beretta DT 10 betrachte ich die Flinte als ein " Must have" für meinen Unterricht. Ich orderte deshalb für meinen Schießunterricht eine DT 10 mit  76er Läufen, und einem doppelt verstellbaren Schaft zur optimalen Anpassung der Waffe an meine Schießschüler. 

Die Beretta Firmenbesichtigung begann am Hauptempfang des Museumsbebäudes und führte über Passagen immer wieder über die verkehrsbelebten Straßen Gardones.



Während der Besichtigung wurden die beeindruckenden Dimensionen klar, in denen bei Beretta gefertigt wird. Viele Fertigungsroboter sind im Einsatz, aber immer wieder ist auch Handarbeit in traditioneller Weise zu sehen. Beretta baut alle Waffenkomponenten selbst und ist nicht auf Zulieferer angewiesen.  Ca. 1700 Waffen verlassen täglich gut verpackt das Werk. Und trotz aller Moderne liegt über Allem das Flair einer mehreren hundert Jahre alten Firmentradition.

Eigene Eindrücke:
Ende Mai 2008 kam endlich meine  DT10 Sporting. Die ersten 500 Patronen habe ich gerade bis Mitte Juni 2008 verschossen. - Ich bin sehr zufrieden.

Gleichzeitig habe ich eine DT10 Skeet bekommen. Wow - das Ding lässt sich flink bewegen - eine perfekte Flinte für die Disziplin Skeet. Bis Ende Juli 2008 habe ich weitere 800 Patronen mit der DT 10  Skeet verschossen. Meine ursprünglichen positiven Eindrücke haben sich verstärkt. Die DT 10 Skeet Flinte macht  großen Spass. Sie schießt einfach angenehm weich und hat  lässt sich präzise führen. Die DT 10 ist zur Zeit mein persönlicher Favorit im Kaliber 12 für das sportliche Flintenschiessen.
 

Ende September 2008 war ich in Cordoba (Argentinien)  - mit im Gepäck waren  2 Flinten 686E Kaliber 20 mit 76er LL . Das Kaliber 20 war super - wir verwendeten  die 25gr. Patronen des argentinischen Herstellers CAZA mit 7er und 8er Schroten. Dabei stellten sich die 8er Schrote jedoch als besser heraus. Ich verwendete in beiden Läufen Vollchokes.

 


 

Mit etwas zurückhaltendem Schießverhalten gab ich pro Tag ca. 700 Schuss ab  und erlegte ca. 1900 Tauben. Die Trefferquote war etwas besser als 1 zu 2. Insgesamt war ich mit meiner Flintenwahl sehr zufrieden. Bei solchen Schusszahlen wird allerdings der Rückstoß  - ab einer gewissen Menge - zunehmend deutlich als unangenehm empfunden. Das ging auch mir so.   Ein amerikanischer Schütze schoss ein getuntes 687 EEll Modell (Beseitigung des Übergangskonus, geportete Läufe, geänderte Laufkontour, Mercury Kickstop) - Ergebnis: Rückstoß kaum noch vorhanden. - Wir werden uns also mit den Tuningmaßnahmen für Jagdflinten etwas zu beschäftigen haben, um dem Heavy User ein sinnvolles Werkzeug mit Komfort an die Hand zu geben. 

Die neue Perennia SV10 geht als Jagdflinte in diese Richtung.

 


 

Neben vielen Detailverbesserungen  bietet sie ein neues High Performance  Choke System und eine verbesserte Laufkontour mit einem 18,6mm Durchmesser. Wahlweise ist ein Rückstoßdämpfungssystem - Kick Off -  zu haben. In 2010 wird das Modell in weiteren Varianten auf den Markt kommen. Darunter wird auch eine SV10 in Kaliber 20 sein. 

Gerade für auf die Wasserwildjagd spezialisierten Jäger  bietet sich auch eine Semiautomatikflinte an. Diese Produktgruppe wurde in den letzten Jahren intensiv weiterentwickelt um sie für den Anwender, unkomplizierter  und vielseitiger zu machen. In Ausschöpfung der Möglichkeiten  der Militärwaffenentwicklung hat Beretta im Herbst 2009 mit dem Modell A400 Xplor  Unico eine sehr interessante Selbstladeflinte auf den Markt gebracht. Die Flinte ist besonders innovatives Produkt  mit einem erstaunlich kurzem Verschlussystem. Deshalb ist sie auch extrem führig, obwohl es eine Flinte im Kaliber 12/89 ist. (Ein Kurzsystem ist mittlerweile auch nachgereicht worden.) Sie verdaut ohne manuelle Abstimmungen von Haus aus alle Munition von 12/65 bis 12/89 mit Ladungen  von 21 Gramm  bis 62 Gramm. Bei Tests des Herstellers  wurden 10000 Schuss - selbst im Kaliber 12/89 - ohne Reinigung und ohne Störung abgegeben. Ich hatte diese SLF schon verschiedentlich auf dem Schießstand zur Verfügung. M. E. die beste SLF des Marktes. 

Das  Beretta Kickoffsystem ist bei dieser Waffe konstruktionsbedingt besonders  wirksam. Mehrere Schuss 12/89 schluckt die Xplor weg, ohne die mächtige Energie der 12/89 an den Schützen weiterzugeben - einerseits! Andererseits funktioniert die A 400 - wie ich testen konnte - selbst mit 12/65er und 21gr Vorlage klaglos und  ohne Störungen. Der Schießkomfort ist gerade mit Standardmunition beindruckend. Die leichte A 400 ist die ideale SLF für alle rückstoßempfindlichen Schützen und auch Anfänger im Kaliber 12. Mit allen diesen Eigenschaften ist die  A-400 für mit der best buy.

Das Jahr 2013 beschert uns bei Beretta zwei sehr aufregend interessante Flinten. Während elegante EL und EELL Versionen der DT11 noch auf sich warten lassen (-werden die überhaupt jemals kommen?) sehen wir dieses Jahr für die Jagdschützen die neue Doppelflinte 486 Parallelo. Respekt! Diese Flinte ist  optisch und auch mechanisch wirklich ein Wort. Die Ausgestaltung der Baskülenform, die Tri Blockfertigung der Läufe (ähnlich wie Holigoblock) und die Art der Lasergravur haben doch tatsächlich eine Flinte von wirklich klassischer Eleganz entstehen lassen. Damit ist man selbst auf  vornehmeren Jagden immer gut angezogen und muss sich um die reibungslose Funktion sicherlich keine Sorgen machen. Die Ejektoren  sind abschaltbar und es gibt eine spezielle Fallsicherung. Leider gibt es die Flinte vorerst nur in Kaliber 12 und in Lauflänge 71cm. Ich hoffe sehr, Beretta legt die Kaliber 20 und 28 ebenfalls nach - und auch die 76er Lauflängen. Die 486 Parallelo hat das Zeug, einen neuen Design-/Qalitätsstandard im modernen Jagdflintenbau - nicht nur  bei Querflinten -  zu setzen. Der 486 sieht man das Maschinenshaping nicht an - jedenfalls muss man schon sehr viel genauer hinschauen. Der Preis wird mit 4395€ angegeben. Die Auslieferung erfolgt ab September 2013. Wer sich mit dem Gedanken trägt diese schöne Flinte 2013 schon führen zu wollen, sollte vorzeitig vorbestellen.

 

Beretta Paralello

 

Die Beretta 692 ist der Nachfolger der 682. Äußerlich eine modern elegante Sportflinte, und konzeptioniert sowohl für die olympischen Disziplinen als auch für die Parcoursschützen. Der Hersteller wirbt jedoch auch mit verbesserten inneren Performancewerten. Schon der Vorgänger setzte einen Maßstab für Sportflinten, mit dem ambitionierte Schützen jeden Wettkampf grundsätzlich gewinnen konnten. Das einzige  wirklich ernstzunehmende Konkurrenzmodell in dieser Kategorie (bis 5000€) war bisher m. E. die Browning ULTRA XT. Die neue Beretta 692 dürfte dieser nun deutlich davon ziehen - schon wegen des Designs. Denn sie wirkt agressiver, eleganter und wertiger als ihr Vorgänger 682 und die Browning ist dagegen eher  ein optischer "Lada Niva". Alles was selbst Beretta bisher an 680er Baskülen gemacht hat, wirkt gegen die neue 692 deutlich plumper. Ich denke natürlich sofort  weiter und überlege, wie dieser durch verbesserte Fertigungsmethoden bedingte Designwandel in andere Modelle interpretiert werden könnte. Die 486 liefert eine gewisse Indikation dafür, dass wir zukünftig mehr anspruchsvollere  Designs von Beretta sehen könnten.   Die Außenkontour der 692 Basküle dürfte durch moderne Elektroerodierverfahren geformt sein. Die Qualität der Ausführung ist sehr  überzeugend.  Das Baskülendesign der 692 müsste manchen deutschen Hersteller inspirieren. Ein italienischer Freund sagte mir einmal: "Gregor, German design is not elegant -  it is orthopedic!"  Na gut - er fährt schon ein deutsches Auto - auch gerade wegen des Designs.

 

Beretta 692

 

Unter anderem neu an der 692 ist die um 1,3mm verbreiterte Basküle - das bringt Gewicht zwischen die Hände und verbessert definitiv das Schwungverhalten und hilft bei der Reduzierung des Rückstoßes. Die  Unterbringung des Balanciersystems im Schaft hingegen halte ich für nicht so glücklich. Es bringt das gewonnene Gewicht wieder von den Händen nach Außen. Neuer Laufstahl und eine optimierte Laufinnenkontour sollen die Zielbaliistik verbessern und den Rückstoß zurücknehmen. - Gerne werden wir das nachprüfen - Das auf Wunsch ebenfalls orderbare verstellbare Schaftsystem wurde endlich in jedem Punkt verbessert: Die Veränderungen sind gegenüber dem Vorgängersystem einfacher vorzunehmen, nachvollziehbarer, reproduzierbarer und halten länger. Warum nicht gleich so? Nun, ich muss die 692 Flinte  noch schießen und die Garben auszählen. Mal sehen, wie es im Außenbereich der Garben aussieht und wie sich die 692 im Verhältnis zu den DTs im Schuss anfühlt. Also was bringt sie wirklich dem Schützen. Für  Beretta ist der Marktbereich der 682 - und zukünftig 692 - besonders wichtig. Denn dieses Preissegment hat unter den Sportschützenbesonders viele Nachfrager. Ca. 50000 Stück sollen in den letzten 10 Jahren von der 682 verkauft worden sein. Meine Erwartung ist entsprechend hoch. Die Auslieferung der 692 soll ab April/Mai 2013 mit den Modellen 692 Trap und 692 Sporting beginnen. Zum Jahresende 2013 sollen die Skeetversion und die Trapmodelle mit verstellbarer hoher Schiene folgen. Die Preise werden zwischen 3400€ und 4100€ liegen.    

Etwas irritierend ist das Cover des 692 Prospekts. Etwas mehr "Hetero" würde weniger Identifikationsprobleme schaffen. In der Woche vor Pfingsten 2013 erreicht uns am Schießstand die erste 692. Sie ist eine der ersten 15 Exemplare, die in Deutschland an die Händler verteilt wurden. Leider klemmt beim Schließen der Waffe der Verschlusshebel - geht nur nach mehrmaligen Versuchen oder  mit  Nachhilfe des Daumens in die Verschlossenstellung. Beeindruckend ist das nicht. Ich bin erstmal enttäuscht - so kann man mit dieser Flinte nicht konzentriert arbeiten und die Kundschaft nicht beeindrucken. 

 

 
   
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